„Wir haben die Balance noch nicht gefunden“

Marcel Rödiger Archivfoto: Michael Heinze

Frei-Weinheims Coach Marcel Rödiger über die Gegentorflut und das anstehende Kellerduell mit der SG Sponsheim.

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FREI-WEINHEIM. Der VfL Frei-Weinheim klebt nach dem 2:4 gegen die TSV Stadecken-Elsheim hartnäckig im Untergeschoss der Fußball-A-Klasse West fest. Vorm Kellerduell mit Schlusslicht SG Sponsheim/ Dromersheim am Sonntag (15 Uhr) sprachen wir mit VfL-Cheftrainer Marcel Rödiger.

Herr Rödiger, nach 13 Partien haben Sie gerade mal einen Punkt mehr auf dem Konto als die Sponsheimer. Dabei verfügen Sie nominell über den deutlich schlagkräftigen Kader, oder?

Die Sponsheimer stellen den zweitbesten Torschützen der Liga, ihren Kader würde ich dementsprechend nicht unterschätzen. Darüber hinaus fehlen mir Einblicke in deren Trainingsbetrieb, um über die Qualität der Mannschaft urteilen zu können .

41 Gegentreffer in 13 Partien sind der schlechteste Wert der Liga. Wo liegen die Gründe für die löchrige Defensive?

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41 Gegentreffer sind definitiv nicht schönzureden. Wir haben immer noch nicht die Balance zwischen Offensive und Defensive gefunden. Wir können dem Spiel selten unser Tempo aufdrücken. Selbst wenn meine Mannschaft in Führung geht, werden wir nervös. Diese Hektik und Zerfahrenheit lädt die Gegner meist zu einfachen Toren ein.

Selbst in der Ost-Staffel der A-Klasse gibt es kein Team, das mehr Buden kassiert hat. Und auch zuletzt gegen Stadecken gab es wieder vier Gegentreffer. Eine wirkliche Besserung scheint nicht in Sicht – oder etwa doch?

Es wäre nicht fair, nur auf die Gegentreffer zu schauen. Unsere Tordifferenz ist mit minus 13 nicht wirklich zum Jubeln – aber auch nicht die schlechteste in der A-Klasse West und Ost. Das Spiel gegen Stadecken liest sich wie ein klares Ergebnis, jedoch hätte es auch 4:4 ausgehen können oder gar müssen. Nach dem 2:3-Anschlusstreffer wollten wir den Punkt unbedingt und haben einen weiteren Stürmer gebracht. Dieser Mut wurde nicht belohnt. Aber ich verliere lieber 2:4 anstatt knapp mit 2:3 – und weiß, ich habe alles Mögliche versucht, einen Sieg einzufahren.

Gegen die Sponsheimer wäre alles andere als ein Dreier in diesem Sechs-Punkte-Spiel eine herbe Enttäuschung, richtig?

Für uns ist dies das wichtigste Spiel bis zum Ende der Zwischenrunde. Mein Frustrationslevel ist nach jedem verlorenen Spiel recht hoch – da ist es egal, ob es ein Vorbereitungsspiel oder ein wichtiges Spiel zum Saisonende ist. Ich hasse es einfach, zu verlieren.

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Wie kommen Sie und Ihre Jungs mit dem Druck des Gewinnenmüssens klar?

Voriges Wochenende hatten wir dieselbe Situation gegen Essenheim hervorragend gemeistert. Da zahlt es sich aus, den ein oder anderen abgezockten alten Hasen im Team zu haben.

Wie sind die Sponsheimer zu knacken?

Sponsheim/Dromersheim ist eine Mannschaft, die viel über Ehrgeiz, Wille und Zweikampf kommt. Je mehr Zweikämpfe diese Mannschaft gewinnt, desto mehr pusht sie sich zu besseren Leistungen. Die Zweikämpfe – und Esmail Mahmoud – werden ausschlaggebend sein. Wir müssen die Zweikämpfe annehmen und ein wachsames Auge auf den Stürmer haben.

Wäre der Klassenerhalt am Ende dieser verkorksten Spielzeit inzwischen schon ein Erfolg?

Erfolg würde ich es nicht nennen. Eher ist es meine Pflicht, die Mannschaft vor dem Abstieg zu bewahren.

Das Interview führte Michael Heinze.