Traineransprache: Thomas Eberhardt richtet sich nach der 1:2-Niederlage gegen Salmrohr an seine Spieler. Foto: Edgar Daudistel

Nach drei Minuten und zwölf Sekunden war alles gute Vorhaben mit dem ersten Gegentreffer zunichtegemacht. Hassia Bingen wollte gegen den FSV Salmrohr die enttäuschende...

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BINGEN. Nach drei Minuten und zwölf Sekunden war alles gute Vorhaben mit dem ersten Gegentreffer zunichtegemacht. Hassia Bingen wollte gegen den FSV Salmrohr die enttäuschende 1:2-Niederlage in Karbach vergessen machen. Stattdessen lautete das Endergebnis genauso wie in der Vorwoche. Sowohl spielerisch als auch über weite Strecken kämpferisch war der Auftritt der Rheinhessen bezogen auf Ansprüche und Kaderzusammenstellung wieder zu wenig.

Traineransprache: Thomas Eberhardt richtet sich nach der 1:2-Niederlage gegen Salmrohr an seine Spieler. Foto: Edgar Daudistel
Traineransprache: Thomas Eberhardt richtet sich nach der 1:2-Niederlage gegen Salmrohr an seine Spieler, Foto: Edgar Daudistel

Zehn richtig gute Minuten bot die Truppe von Thomas Eberhardt und Patric Muders diesmal. Da allerdings hatten die Gäste aus der südlichen Eifel schon zweimal getroffen. Und beide Male taten die Rot-Schwarzen ihren Teil dazu. Beim ersten richtigen FSV-Angriff konnte Giancarlo Pirna vom rechten Pfosten aus überlegt ins linke Eck zur Führung einköpfen. Und in der 27. Minute setzte das bisherige Schlusslicht noch einen drauf. Einen Freistoß von Pinna aus dem Halbfeld köpfte Julian Bidon unbedrängt und für Fabian Haas unhaltbar in die Binger Maschen.

Gäste freuen sich über einen „dreckigen Sieg“

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Die Hassia rappelte sich auf. Einen genialen Pass von Neuzugang Patrick Haag nach Mahdi Mehnatgir auf, umspielte Torwart Sebastian Grub und netzte zum Anschluss ein (37.). Und vieles wäre wahrscheinlich anders gelaufen, hätte Ilker Yüksel eine seiner beiden Möglichkeiten (43. auf Haag-Pass, 45. nach Zuspiel von Derrick Amoako) in Zählbares umgemünzt. In den zweiten 54 Minuten war die Hassia zwar überlegen, hatte mit Amoako (52.), den eingewechselten Yanick Haag (66.) und Dennis Esmaieli (72.) zwar auch Chancen. Alles war im Endeffekt aber zu wenig, zumal Salmrohr bei den wenigen Kontern gefährlich blieb.

Die Hektik stieg jedenfalls von Minute zu Minute. Äußere Zeichen: Die Gelb-Rote Karte für Eberhardt wegen Reklamierens (83.) und die eindeutige Kabinenansprache nach Spielende durch den Sportlichen Leiter Klaus Schuster. „Wir haben die erste halbe Stunde verschlafen, waren nur körperlich auf dem Platz“, blickte Muders auf die Begegnung, beklagte Laufbereitschaft und Zweikampfverhalten bei seiner Elf. Aber: „Nach der Pause hatten wir genug Möglichkeiten, mindestens den Ausgleich zu machen.“

FSV-Trainer Lars Schäfer legte mit seiner Spielanalyse den Finger in die Binger Wunde. „Heute war ein guter Zeitpunkt, um hier zu spielen. Denn die Lücken zwischen den Mannschaftsteilen bei der Hassia waren sehr groß.“ Die Binger hatten seiner Meinung nach ideenlos agiert, dazu in der ersten Hälfte eben immer wieder Unstimmigkeiten gezeigt, die sein Team letzten Endes zu einem „dreckigen Sieg“ genutzt hätte. Der FSV sei nach dem Wechsel stabil geblieben und habe sich „irgendwo auf der Führung ausgeruht.“

Hassia-Kapitän Marcel Radschuweit wusste, „dass die ersten 35 Minuten zum Abhaken waren.“ Danach allerdings habe sein Team sicher gestanden, nach vorne allerdings die Durchschlagskraft vermissen lassen. „Dass wir uns mit den Gegentreffern selbst in die Bredouille bringen und der Gegner aus zwei Möglichkeiten auch zwei Tore macht, ist natürlich mehr als ärgerlich“, so der 31-Jährige. Anders vorgestellt hatte sich auch Patrick Haag sein erstes Spiel im Hassia-Trikot. „Mit ein bisschen Glück hätten wir gewonnen, denn dieses Spiel hätte man wirklich nicht verlieren müssen“, bilanzierte er. Der erste Eindruck am Hessenhaus sei jedenfalls gut. Wörtlich: „Infrastruktur und Verein sind jedenfalls spitze.“

Am kommenden Dienstag (Anpfiff 19.30 Uhr) findet am Hessenhaus das Nachholspiel zwischen der Hassia und der U21 des 1. FC Kaiserslautern statt. Aktuell treffen damit die beiden Tabellenschlusslichter aufeinander. Allerdings: Wer gewinnt, der findet sich am Ende des Tages unter den ersten Sechs der Tabelle wieder.

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Hassia Bingen: Haas – Hohns, Radschuweit, Roumeliotis – Neumann, P. Haag (71. Esmaieli) – Seo (62. Mukamba), Mehnatgir, Majchrzak (54. Neal) – Yüksel, Amoako (62. Y. Haag).