Spvgg. Ingelheim schießt zu viele Böcke

Ingelheims Ricardo Schuhmann (grünes Triokt) wird vom Alzeyer Philipp Hornung abgedrängt, während der Ball sichere Beute von RWO-Keeper Tobias Schneider wird. Foto: Thomas Schmidt

Der Landesligist kassiert im Blumengarten beim 3:6 gegen RWO Alzey in 14 Minuten um die Halbzeitpause herum fünf Gegentreffer.

Anzeige

INGELHEIM. Fünf Spiele, ein Punkt, nun sechs Gegentore, fünf davon binnen 14 Minuten – beim 3:6 (1:3) gegen RWO Alzey setzte Landesliga-Aufsteiger Spvgg. Ingelheim seinen Negativ-Trend fort. Trotzdem wirkte Trainer David Klose ziemlich aufgeräumt. „Das Umfeld ist ruhig, innerhalb der Mannschaft ist es ruhig, wir wissen uns selbst einzuschätzen“, sagt der 41-Jährige, „als Abstiegskandidat musst du nicht jedes Spiel gewinnen. Die Situation wird einfacher, weil die Verletzten wiederkommen.“

Subtrahiert man die Spielminuten 41 bis 55, war es ein passabler Auftritt der Ingelheimer mit Potenzial für Zählbares. Aber was die Spielvereinigung um die Halbzeitpause herum an Defensiv-Böcken schoss, reicht normalerweise für eine ganze Halbserie. Eine Flanke wurde direkt auf Torschütze Max Groben geköpft (41.), ein Pass quasi in seinen Lauf gespielt (45.), dann war beim Gegenstoß die linke Abwehrseite komplett auf (Kazuhira Shibuya/46.), Torwart Bastian Rossmanith ließ einen Freistoß genau vor Björn Grimms Füße prallen (49.), ehe Grimm nochmals nach einer Hereingabe von einem unfreiwilligen Ingelheimer Assist profitierte (55.). Es war ein bisschen so, als hätten sich die Rotweinstäder im Blumengarten selbst abgeschossen.

„Der Knackpunkt war, dass die Qualität der Alzeyer einfach besser ist“, hält Klose fest. Zehn RWO-Chancen und fünf zwingende Gelegenheiten seiner Mannen hatte der Trainer notiert, das Ergebnis bildet die Kräfteverhältnisse also ab. Doch als es drauf ankam, saß bei RWO eben jeder Schuss. Schon in der vierten Minute gingen die Alzeyer mit ihrer zweiten Chance in Führung, Groben war nach Grimms Flanke mutterseelenallein im Strafraum unterwegs. In Minute elf kann es auch 0:3 stehen. Doch dann kämpfte sich Ingelheim ins Spiel zurück und münzte einen Ballgewinn im Mittelfeld zum Ausgleich um. Engin Karadeniz zwirbelte den Ball aus Flankenposition mit seltsamem Drall ins lange obere Eck (26.). Ein Tor, so glücklich es fiel, das in der Luft lag. Doch dann ging der Alzeyer Fünf-Tore-Lauf los.

Positiv: „Wir haben bis zum Ende so gespielt, als ob es noch auf der Kippe stand“, sagt Klose. Marcel Veek machte nach seiner Einwechslung ordentlich Betrieb, setzte einen Freistoß im Nachschuss in die Maschen (60.) und versenkte einen Foulelfmeter, den Sandro Zey per Dribbling rausgeholt hatte (89.). Ernsthafte Hoffnung, ran zu kommen, bestand natürlich nicht, aber die Spielvereinigung sorgte zumindest für ein etwas erträglicheres Resultat. Und muss sich nun einiges vom Optimismus ihres Trainers abschneiden, um bei Keller-Nachbar Wormatia II Sonntag endlich den ersten Dreier zu landen. Es wird, da die Punkte in die Play-offs mitgenommen werden, allmählich Zeit.

Anzeige

Spvgg. Ingelheim: Rossmanith – Kubik (67. Jensen), Degirmenci, Ordukaya – Kies, Maaß – Schweikardt (46. Jardella), Pieper, Hanss – Karadeniz (54. Veek), Schuhmann (46. Zey).