„Mir fehlt etwas das Streben nach Erfolg“

Carsten Scheuer Archivfoto: FuPa

SG Gensingens Trainer Carsten Scheuer spricht über seine Mannschaft und den Gegner Budenheim.

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GENSINGEN. Auf den letzten Drücker sind die Fußballer der SG Gensingen/Grolsheim in die Aufstiegsrunde der A-Klasse gerutscht. Dort schlagen sie sich wacker. Im Falle eines Sieges am Sonntag (15 Uhr, Rasenplatz Gensingen) gegen den FV Budenheim wäre der Klub wieder dick im Geschäft. Wir sprachen mit Cheftrainer Carsten Scheuer (35).

Herr Scheuer, das jüngste 2:5 in Mommenheim hat sich irgendwie wie eine schallende Ohrfeige angefühlt, oder?

Das ist nicht ganz richtig. Wir haben uns auch in diesem Spiel teuer verkauft und lange geführt. Eine unachtsame Minute hat dann für zwei Gegentore gesorgt. Dass es am Ende 5:2 statt 3:2 ausgeht, haben wir in Kauf genommen, um noch mal alles zu riskieren.

Trotz dieser Pleite läuft es für Sie nicht so schlecht, oder?

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Absolut. Für den Moment bin ich sehr zufrieden. Budenheim wird am Sonntag natürlich noch mal eine Standortbestimmung, aber wir haben uns mehr als ordentlich in der A-Klasse etabliert.

Die Teilnahme an der Aufstiegsrunde ist für Sie schon ein Erfolg. Was fehlt Ihren Jungs noch, um ganz vorne mitzuspielen?

Wir haben eine Mannschaft mit viel individueller Qualität. Grundsätzlich müssen wir an der Abstimmung zwischen Offensive und Defensive arbeiten. Außerdem stellt sich zu schnell Zufriedenheit mit dem Erreichtem ein. Da fehlt mir etwas das Streben nach Erfolg.

Wer ist zurzeit der beste junge Spieler bei Ihnen?

Janis Hamacher entwickelt sich super in dieser Saison. Er hat vom Außenverteidiger bis zum Stürmer schon alles gespielt, löst seine Aufgaben immer zuverlässig – und hat den Sprung zu den Aktiven geschafft. Kaan Tuncer kommt offensiv über die Außen. Er ist ein hervorragender Fußballer, der ein kleines Tief überwunden hat und wieder stark aufspielt. Gleiches gilt für Jonas Retterath, der in der Defensive wichtig ist – egal ob auf der Sechs oder in der Innenverteidigung.

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Jetzt also gegen die von vielen Experten hoch gehandelten Budenheimer. Würden Sie sagen, der FVB ist Ihrem Team nominell klar überlegen?

Budenheim ist für mich die stärkste Mannschaft in der Liga. Klar überlegen wäre etwas hoch gegriffen, weil wir in Mommenheim gezeigt haben, dass wir mit den starken Gegnern mithalten können. Aber ich schätze sie sehr stark ein.

Worauf wird es gegen diesen Gegner speziell ankommen?

Wir bekommen es mit schnellen und technisch guten Spielern zu tun. Mit einer sehr starken Offensive. Sie dürfen nicht viel Platz für ihr Spiel bekommen. Der Schlüssel liegt in einem guten Zweikampfverhalten und einer kompakten Verteidigung. Wir werden wenige Chancen bekommen, die wir dann konsequent nutzen müssen.

Wie viel Zuschauer erwarten Sie – und wie zufrieden sind Sie mit der Unterstützung durch die Fangemeinde?

Unsere Heimspiele sind generell vergleichsweise gut besucht. Das macht mich sehr stolz. Die Jungs haben sich diesen Zuspruch in dieser Saison erarbeitet und verdient. Je nach Wetterlage sind gegen den FVB 150 bis 200 Zuschauer realistisch.

Das Interview führte Michael Heinze