Mehr Außenseiter geht kaum

Bingens Goalgetter Pierre Merkel (Mitte) soll im Hassia-Angriff für die Tore sorgen. Archivfoto: Edgar Daudistel

Hassia Bingen kann bei Tabellenführer Eintracht Trier befreit aufspielen.

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BINGEN. (jow). Mehr Außenseiter geht kaum. Als Tabellenletzter reist Hassia Bingen am Samstag zum Spiel im Moselstadion bei Oberliga-Klassenprimus Eintracht Trier (Anpfiff 14 Uhr). Was angesichts der zumindest auf dem Papier riesigen Herausforderung Mut macht? „Es ist wie bei David gegen Goliath. Wir wissen um die Schwere der Aufgabe und werden nicht hinfahren, um die Punkte wehrlos abzuliefern“, sagt Hassia-Trainer Thomas Eberhardt.

Der 40-Jährige glaubt an seine Mannschaft, auch wenn die Lage fast aussichtslos erscheint. Nach acht Ligaspielen ohne Sieg mit lediglich einem Zähler (3:3 in Salmrohr) seit dem 3:0-Erfolg bei der U 21 des 1. FC Kaiserslautern Mitte Oktober steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Horror-Serie endet. Eberhardt fordert, mutig aufzutreten „und dass wir wie im Hinspiel zeigen, dass wir auch Fußball spielen können.“ Am Hessenhaus lieferte die Hassia eines ihrer besten Saisonspiele ab, ließ defensiv kaum etwas zu und unterlag den Moselanern denkbar knapp 1:2.

Die Partie in Trier ist das erste von drei richtungweisenden Spielen in einer Woche. Es folgt am Mittwoch das Derby gegen Alemannia Waldalgesheim, dann am Samstag das Pokal-Viertelfinale bei Arminia Ludwigshafen. Es sind Herausforderungen für die Binger, aber auch Chancen, eine bislang völlig verkorkste Spielzeit gegen drei Schwergewichte zum Besseren zu drehen. Gerade jetzt, wo niemand mehr an die Hassia glauben mag.

Rückblick Herbst 2020. Nach einem Pokalerfolg im Elfmeterschießen gegen Regionalligist FK Pirmasens fuhren die Binger als Tabellenvierter zum Topspiel nach Trier, waren dort aber völlig chancenlos und erlitten eine 0:5-Klatsche, fingen sich danach aber schnell wieder. „Siege tun gut, und die Stimmung hat immer etwas mit Erfolgen zu tun“, sagt Eberhardt, vertraut in der Spitze wieder auf Pierre Merkel und Yannik Wex und weiß, „dass wir befreit aufspielen können. Denn wir haben zwar einerseits viel zu verlieren, andererseits traut uns in Trier niemand etwas zu.“ Durchhalteparolen? „Wir werden alles probieren. Bei uns rennt niemand weg!“ Was der Trainer sagt, kann so interpretiert werden. Der Ton aber spricht eine ganz andere Sprache, zeigt, dass der Glaube, den Bock umstoßen zu können, noch vorhanden ist.

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Personell kann die Hassia fast aus dem Vollen schöpfen. Drei gesunde Torhüter und stolze 16 Feldspieler stehen zur Verfügung. Nur die Langzeitverletzten Marcel Radschuweit (Kreuzbandriss) und Lukas Engel (Außenbandriss im Fuß), Rekonvaleszent Felix Kosek, Derrick Amoako (Knieprobleme) und Bahri Bayir (Lauftraining) fehlen.