Gebeutelte Ingelheimer als Außenseiter

Muss gegen Bodenheim wohl passen: Ingelheims junger Keeper Bastian Rossmanith. Foto: Edgar Daudistel

Personell geschwächte Spielvereinigung hofft gegen Landesliga-Tabellenführer Bodenheim dennoch auf Zählbares.

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INGELHEIM. (MIH). Nach nur zwei Siegen aus den ersten sechs Partien in der Nordstaffel der Fußball-Landesliga Ost muss sich die Spvgg. Ingelheim mächtig ins Zeug legen, um ihr Ziel Aufstiegsrunde zu erreichen. Denn die Konkurrenz um einen Platz unter den „Top Four“ ist groß. Am Samstag (18 Uhr) bekommt es die Elf vom Blumengarten vor heimischer Kulisse mit Tabellenführer VfB Bodenheim zu tun. Wir haben bei Cheftrainer David Klose nachgehakt: Ist und bleibt die Aufstiegsrunde das große Ziel – oder müssen die Rotweinstädter nach den jüngsten Rückschlägen kleinere Brötchen backen?

„Unser Ziel war von Beginn an die Aufstiegsrunde“, macht Klose deutlich. „Ich persönlich bin kein Freund von Understatement – aber ich bin natürlich auch kein Fantast. Die aktuelle Situation lügt nicht und zeigt uns auf, dass die Top vier, wenn nicht gar die Top fünf uns einen, wenn nicht gar zwei Schritte voraus sind.“ Dennoch hegt der Coach die zarte Hoffnung, gegen die kompakten Bodenheimer nicht leer auszugehen. „Der VfB hat sich in der Vergangenheit immer schwer gegen uns getan. Und auch wenn unsere personelle Situation nicht besser geworden ist, wird man in Bodenheim sicherlich nicht von einem einfachen Auswärtsspiel reden“, ist sich der 42-Jährige sicher.

Worauf es ankommen wird, weiß er ganz genau: „Wir werden zum richtigen Zeitpunkt Tore machen müssen – das ist derzeit ein Riesenmanko, das uns begleitet.“ Offensiv hält Klose die Gäste vom Guckenberg für „eine der stärksten Mannschaften der Liga, aber sie gönnen sich während der 90 Minuten die ein oder andere Phase, in der sie zu passiv sind – hier müssen wir reinstechen“.

Kann das also ein Spiel auf Augenhöhe werden? Oder ist die Spielvereinigung klarer Außenseiter? „Daheim und in Bestbesetzung wäre das sicher ein Spiel auf Augenhöhe“, schätzt der gebürtige Mainzer, der in Ingelheim seit Juni 2019 auf der Kommandobrücke sitzt. „Aber unsere Verletztenliste ist lang und das Momentum spricht für die Bodenheimer.“ Immerhin, bei zwei Mittelfeldakteuren gibt es leichte Entwarnung. Julian Pohlenz ist wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen und auch der spielende Co-Trainer Felix Frantzmann tastet sich langsam wieder an die Startelf heran. „Aber ansonsten sind wir noch immer arg gebeutelt“, klagt Klose – und unterfüttert dies sogleich mit Fakten. Bastian Rossmanith, Sandro Zey, Patrick Jardella, Henri Runkel, Jonas Becker, Marcel Veek, Ömer Degirmenci, Steffen Kühner und nicht zuletzt Malik Yerima werden für Samstagabend definitiv ausfallen.

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Bleibt die Frage, wie nervig dieses Verletzungspech eigentlich ist? Ziemlich nervig, gesteht Klose. „Weil es uns gerade offensiv wirklich arg getroffen hat – uns geht sehr viel Tempo verloren.“ Dennoch verfällt der 1,92 Meter-Mann nicht in Panik. „Übers Jahr gesehen hat jede Mannschaft mal so eine Phase“, das lehre die Erfahrung. „Zu Beginn oder gegen Ende der Saison fällt das aber, glaube ich, schwerer ins Gewicht.“