SG Hüffelsheim: Zittersieg gegen FC Schmittweiler

Eng am Mann: Hüffelsheims Kapitän Johannes Balzer (rotes Trikot) im Duell mit FC-Spielertrainer Adrian Simioanca. Foto: Martin Imruck

Das war nichts für schwache Nerven: Zudem muss SGH-Spielertrainer Enes Sovtic nach Platzverweis das 1:0 von der Außenlinie verfolgen.

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HÜFFELSHEIM. So sehr hatte Enes Sovtic sich auf das Landesliga-Derby gegen den FC Schmittweiler-Callbach gefreut. Endlich einen Gegner, der sich nicht nur in der eigenen Hälfte verschanzt, sondern mitspielt. Doch nach 90 nervenaufreibenden Minuten konnte der 36-jährige Trainer der SG Hüffelsheim seine Enttäuschung nicht verbergen.

„Sie haben nur verteidigt und wenig Fußball gespielt“, atmete Sovtic nach dem 1:0 (0:0)-Zittersieg erstmal kräftig durch. „Das ist so schwierig“, gesteht der Routinier seinem Team zu. „Die ganze Zeit rennen wir an, spielen und spielen. Die Geduld musst du erstmal aufbringen“, sagt Sovtic und hält fest: „So dreckige Siege musst du dann auch einfach mal mitnehmen.“

Dass der 36-Jährige die Schlussviertelstunde nach seinem Platzverweis von draußen mitverfolgen musste, machte die Sache nicht besser. „Das war echt die Hölle und unglaublich spannend“, berichtet Sovtic. Fünf Minuten vor seiner Ampelkarte beobachtete der Spielertrainer aus nächster Nähe, wie Jannik Kern die Hüffelsheimer per Fallrückzieher erlöste. Joshua Iten war zuvor aus aussichtsreicher Position an FC-Schlussmann Lucas Frenger gescheitert. Der Ball fiel im Strafraum nach unten und Jannik Kern, mit dem Rücken zum Tor stehend, schaltete am schnellsten, holte aus und hob ab. Sein Fallrückzieher: nicht sonderlich ästhetisch, aber wertvoll. Weil auch FC-Spielertrainer Adrian Simioanca auf der Torlinie nicht mehr rettend eingreifen konnte, trudelte der Ball neben dem Pfosten über die Linie. „Das war enorm wichtig, aber auch verdient“, hält Enes Sovtic fest.

75 Minuten hatte sich seine Elf die Zähne an der gut organisierten Defensive der Gäste ausgebissen. Frech und gefährlich kam die Elf vom FCS lediglich in den ersten 15-20 Minuten daher. Mit langen Bällen gegen die tief stehende Sonne hatten die Hausherren das ein oder andere Problemchen, was Angreifer Philipp Fritz jedoch gleich zweimal nicht ausnutzen konnte. „In den ersten 30 Minuten hatten wir zu viele Abspielfehler. Das hat etwas Unruhe reingebracht“, analysiert Enes Sovtic.

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Nach dem Hin und Her in dieser Phase, übernahmen die Hüffelsheimer jedoch das Zepter. Vor allem über die linke Seite kam man immer wieder in den Rücken der Gästeabwehr. „In Richtung Tor hat dann aber immer der entscheidende Pass gefehlt“, hält Enes Sovtic fest. Tom Baier, der für den verletzten Fabian Scheick die Seite beackerte, fehlte auf der ungewohnten Position schlichtweg der starke linke Fuß, um die Hereingaben gewinnbringend ins Zentrum zu spielen. „Zumindest haben wir dann aber wieder das gespielt, was wir uns vorgenommen haben“, erklärt Sovtic.

Dass es mit dem Tor dann doch wieder etwas länger dauerte, lag wiederholt auch an der mangelnden Chancenauswertung. Einige Flanken verfehlten in der Mitte ihr Ziel, Mostafa El-Haiwan, Jannik Kern und Joshua Iten hatten die frühere Führung auf dem Fuß. Dass es letztendlich so ein Kulertor brauchte, um kampfstarke Gäste zu bezwingen, war denn auch irgendwo symptomatisch.

„Das hat heute ganz schön viel Kraft und Nerven gekostet“, blickt Enes Sovtic auf die englische Woche mit dem Pokalduell gegen Kirn (Mittwoch, 19 Uhr) sowie dem Topspiel in Rodenbach am Sonntag. Die Pfälzer übrigens patzten in Steinbach (3:4), wodurch die SGH mit fünf Siegen aus fünf Spielen nun alleiniger Spitzenreiter ist.

SG Hüffelsheim: König – Sovtic, Schmidt, Schniering – Baier (46. Leonhard), Lind, Klein (63. Asani/ 86. Mathern), Iten – Balzer, Kern (82. Gaens), El-Haiwan.

FC Schmittweiler-Callbach: Frenger – Bergsträßer (46. Aldalaty/ 85. Lenz), Garlinski, Rech, Simioanca, Naujoks – Habermann, Rech, Protzel – Peters, Fritz.

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Zuschauer: 200.