Karadeniz entführt mit 3:2 die Punkte in Weinsheim

Duell im Mittelfeld: Karadaniz-Spieler Mücahit Senel (weiß am Ball) wird von den Weinsheimern Robin Kühner (links) und David Stankiewicz attackiert. Kapitän Mehmet Senel (links) schaut zu. Foto: Martin Imruck

Kein Handelfmeter, zwei nicht gegebene Tore: Die Schlussphase im Bezirksliga-Topspiel hat es in sich.

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WEINSHEIM. Die Schlussphase in Weinsheim hatte es in sich. Ein vermeintlicher Handelfmeter: nicht gegeben. Zwei Tore: nicht gegeben. Nach dem Abpfiff der Bezirksliga-Partie zwischen der SG und Karadeniz Bad Kreuznach 2:3 (1:3) interessierte das Heim-Trainer Detlev „Junior“ Christmann relativ wenig. „Wir sind heute einfach absolut unter unseren Möglichkeiten geblieben“, gab ein enttäuschter Coach zu Protokoll. Das hatten sich die Gastgeber im Kerbespiel ganz anders vorgestellt.

Dabei drängte sich dem neutralen Zuschauer durchaus der Eindruck auf, die Weinsheimer hätten am Abend vorher möglicherweise zu tief ins Glas geschaut. Ein Verdacht, den der Trainer ausräumen konnte: „Daran hat es definitiv nicht gelegen.“ Was die Gastgeber bei der bitteren Niederlage vielmehr vermissen ließen, war die zum Anlass passende Einstellung und Körpersprache. „Zu zeigen, dass wir Bezirksliga auf diesem Niveau auch annehmen wollen“, umschreibt es Christmann. „Das hat heute gefehlt.“ Erst nach etwas mehr als einer Stunde erwachten die Hausherren aus ihrer Trance. Zu spät, sollte sich später zeigen.

Löwenrudel mit dem besseren Start ins Spiel

Den besseren Start erwischten eindeutig das Löwenrudel aus dem Salinental. Benhur Bayir markierte bereits nach sechs Minuten die Führung. „Karadeniz hat genauso gespielt, wie wir es erwartet haben“, betont „Junior“. Gibt man den Ballkünstlern aus Kreuznach Zeit und Raum, dann lässt sich das Spiel sehr gut an. „Wir haben sie spielen lassen und wurden bestraft“, fasst Christmann zusammen. Zwar glich Weinsheim durch Christian Dietze nach 20 Minuten aus. Ein Doppelschlag durch Kemal Cöteloglu (30.) und Furkan Meydan (FE./32.) machten die Hürde für die Hausherren jedoch unnötig hoch.

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„Eigentlich war es wie immer”, berichtet dagegen ein nach Schlusspfiff sichtlich erleichterter Gästetrainer Matthias Mahr: „Wir haben gut und sicher gestanden, hatten einige gefährliche Umschaltmomente und gute Standards.“ Doch ebenfalls typisch für das Karadeniz-Spiel: Nach einer Stunde lassen die Kräfte nach. „Dann haben wir uns immer mehr hinten reindrücken lassen, hatten kaum noch Entlastung“, fieberte Mahr bis in die Schlusssekunden an der Seitenlinie mit.

Immer wieder der Blick auf die Uhr. Sieben Minuten Nachspielzeit und zahlreiche Schockmomente galt es, am Ende sogar in Unterzahl, weil Furkan Meydan die Ampelkarte sah, zu überstehen. Das nötige Quäntchen Glück und Keeper Marjan Madjaroski retteten den Dreier über die Ziellinie. Lediglich das Stochertor von Robin Kühner fand Anerkennung (84.), brachte dennoch ordentlich Feuer in die letzten Minuten. „Natürlich ist es geil, dass wir am Ende gewinnen, aber wir müssen jetzt unbedingt an unserer Fitness arbeiten”, resümiert Matthias Mahr, während Detlev Christmann fair gratulierte. „Die Nervosität war heute spürbar und wir haben leider keine Ruhe rein bekommen. Karadeniz hat es einfach clever runter gespielt”, sagt der Weinsheimer, der darauf hofft, dass seine Jungs sich kommende Woche von ihrer besseren Seite zeigen. „Es ist ja nicht so, dass wir etwas Unmögliches von ihnen verlangen. Wir wissen, dass sie es können, aber wir müssen es eben auch auf den Platz bringen und zeigen, was in uns steckt.” SG Weinsheim: Trierweiler – Dietze (73. Bäder), Schwarnow (46. Hilgert), Stellwagen – Zimmermann, Thiel, Kuss, Kühner, Ayoob (46. Stankiewicz) – Rheinländer, Bubach. Karadeniz Kreuznach: Madjaroski – Jito (69. Tasci), Senel, Meydan, Ce. Senel (46. Ceyhan) – Akdeniz, Ikiz (10. M. Senel), Bayir, F. Senel (56. Ünal), Joof – Cöteloglu. Tore: 0:1 Bayir (6.), 1:1 Dietze (20.), 1:2 Cöteloglu (30.), 1:3 Meydan (32./FE), 2:3 Kühner (84.). Zuschauer: 140.