Eintracht Kreuznach unterliegt beim SV Morlautern 1:2

Veheißungsvoller Auftakt für die Eintracht: Marc-Michael Nauth trifft zum frühen 0:1. Foto: Matthias Frohnhöfer

Im Duell beim Verbandsliga-Spitzenreiter stand am Ende wieder mal eine bekannte Bilanz: großer Willen, keine Punkte

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MORLAUTERN. Im ersten Spiel nach dem Trainer-Rücktritt unter der Woche zeigte die SG Eintracht eine imponierende Mannschaftsleistung trotz der 1:2-Niederlage beim Top-Favoriten SV Morlautern. Die Bad Kreuznacher führten mit 1:0 und mussten sich erst nach einem späten Doppelschlag gegen den Tabellenführer der Fußball-Verbandsliga geschlagen geben.

Nach dem Paukenschlag mit dem Rücktritt des Trainerteams um Thomas Schwarz hatte Deniz Darcan die Position des Interimscoaches gemeinsam mit Sebastian Baumann übernommen. „Es war schon eine deutliche andere Spielvorbereitung wie ich sie bisher als Spieler gekannt habe“, kommentiert Darcan seine für ihn ungewohnte Rolle. Und nach Meinung des Sportlichen Leiters, Oliver Holste, kann diese Rollenverteilung durchaus noch etwas andauern. „Die Suche gestaltet sich nicht einfach, da in der laufenden Saison natürlich für uns interessante Trainer gebunden sind,“ kommentiert Holste den aktuellen Stand.

Defensive Formation mit Ein-Mann-Spitze

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Das neue Trainerteam begann gegen den Spitzenreiter mit einer defensiven Formation und schickte zunächst mit Marc-Michael Nauth nur eine Spitze aufs Feld. Von der ersten Minute an ging die SG Eintracht hoch motiviert zur Sache. Die Spieler zeigten eine selbstbewusste Körpersprache, attackierten in der Anfangsphase sehr offensiv und wurden dafür auch prompt belohnt. In der 5. Minute vollstreckte Nauth nach einem schönen Spielzug zum 0:1.

Bad Kreuznach ließ das Mittelfeld des SV Morlautern überhaupt nicht ins Spiel kommen. Der SVM kam kaum zu keinem erfolgreichen Spielaufbau und die Ein-Mann-Spitze Nauth setzte mehrere gefährliche Nadelstiche. So dauerte es bis zur 30. Minute, als der Spitzenreiter etwas besser ins Spiel und durch Kopfball von Joshua Smith zur ersten Gelegenheit kam. Zwar hatten die Gastgeber optisches Übergewicht, konnten aber erst kurz vor der Pause etwas Druck aufbauen. Kurz vor dem Pausenpfiff schoss Felix Bürger knapp am Tor vorbei.

SGE-Matchplan geht eine Halbzeit lang auf

Der Matchplan des neuen Trainerteams ging in Halbzeit eins voll auf. Jeder einzelne Spieler kämpfte leidenschaftlich. Mit vereinten Kräften und einer imponierenden Laufleistung verdiente sich die Eintracht ihre Pausenführung. „Vor allem in der ersten Halbzeit haben wir alles genau so umgesetzt, wie wir das spielen wollten. Wir wollten mit schnellem Umschaltspiel Nauth in der Lücke suchen. Als wir in der Halbzeit in der Kabine waren, hatten wir uns vorgenommen, dass wir uns nicht zu sehr reindrängen lassen“, schildert Darcan den weiteren Matchplan.

Dieser war in der zweiten Hälfte allerdings nicht mehr so erfolgreich. Morlautern kam stärker aus der Kabine, die Eintracht musste nach einer Ecke zweimal auf der Linie in höchster Bedrängnis klären. Ab der 55. Minute konnte sich die SG nochmals vom enormen Anfangsdruck befreien.

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Marco Steil leitete dann aber mit einem Kopfball an die Latte die Schlussoffensive des SV Morlautern ein (65.). Die komplette Gäste-Bank feuerte vehement an und selbst die Auswechselspieler gaben beim Warmlaufen Anweisungen für Zweikämpfe und aufmunternde Worte an die Kollegen.

Der SVM biss sich lange an der aufopferungsvoll kämpfenden SG-Abwehr die Zähne aus. Bis Daniel Graf auf die Jugend setzte und mit Justin Smith und Christian Dombaxi den Sieg einwechselte. Nach einer beeindruckenden Einzelaktion von Smith vollstreckte der erfahrene Felix Bürger eiskalt zum 1:1 (74.). Im Anschluss erhöhte Morlautern nochmals den Druck. Nach einer perfekt getimten Bürger-Flanke traf Christian Dombaxi per Kopf zum 2:1 (81.).

Das einzige Manko der Eintracht an diesem Tag war der fehlende Wille nach dem Rückstand. Bei der zuvor im Spiel gezeigten Leistung wäre es durchaus realistisch gewesen, nochmals zurückzukommen. Am Ende stand eine unglückliche Niederlage. „Es ist schon frustrierend, dass wir am Ende mal wieder den Kürzeren gezogen haben. Wir haben aber heute gesehen, dass ein Team auf dem Feld steht, in dem jeder für jeden kämpft,“ lautete die Bilanz von Darcan nach dem Spiel.

Das Resultat hat an diesem Tag nicht gestimmt. Die Leistung und auch das Auftreten des gesamten Teams waren dagegen fast durchgehend imponierend. Spannend wird jetzt allerdings, wie das Team bis zum nächsten wichtigen Spiel gegen den SV Steinwenden am kommenden Sonntag diese Niederlage verarbeiten wird. Kann das Team das nackte Ergebnis abhaken und aus der starken Leistung gegen die bisherige Übermannschaft der Liga Selbstvertrauen für das kommende Heimspiel tanken? Das wird eine der Herausforderungen für das neue Trainerteam für die kommende Woche. „Viele Spieler sind heute über sich hinausgewachsen. Wir werden auf gar keinen Fall den Kopf in den Sand stecken und hart arbeiten. Der Wille war da und das wird auch nächste Woche so sein,“ ist Darcan zuversichtlich, die Mannschaft auf Kurs bringen zu können.

Von Matthias Frohnhöfer