Eintracht Bad Kreuznach unterliegt knapp in Steinwenden

Eintracht-Trainer Thomas Schwarz muss in Steinwenden mehrere Ausfälle kompensieren. Archivfoto: Mario Luge

Der Kreuznacher Verbandsligist muss beim SV Steinwenden mehrere Nackenschläge hinnehmen. Trainer Thomas Schwarz zollt seiner Mannschaf nach 0:1-Niederlage großen Respekt.

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STEINWENDEN. Die Verbandsligisten aus Steinwenden und Bad Kreuznach standen kaum auf dem Platz, als Eintracht-Verteidiger Kutsal Ceylan den Steinwendener Stürmer David Höft nur mit einer Notbremse stoppen konnte. Ohne zu Zögern zeigte Schiedsrichter Jutzi die Rote Karte.

So war bereits nach drei Minuten der Matchplan von SGE-Trainer Thomas Schwarz hinfällig. „Du bist lange ein Mann weniger. Das ist brutal. Du bist erst mal kurz wie ohnmächtig,“ schildert Eintracht-Trainer Thomas Schwarz seine Emotionen bei der Szene. Dementsprechend kam die SG zunächst überhaupt nicht in die Partie, in deren Vorfeld der Kreuznacher Verbandsligist bereits einige Ausfälle zu verkraften hatte: Potenzielle Stammspieler wie Routinier Oliver Rapp, Patrick Monteiro, Lucas da Silva, Thiemo Stavirdis und Eray Öztürk standen der Eintracht verletzungsbedingt nicht zur Verfügung.

In Überzahl hatte der SV Steinwenden mehr Spielanteile, hatte jedoch bis auf einen sehenswerten Heber von Anton Artemov, der knapp über das Tor strich, keine gefährlichen Szenen vor dem Tor von SG-Schlussmann Mark Becker. Für die größte Torgefahr sorgte die Eintracht selbst, als in der 19. Minute ein Querschläger nur knapp das eigene Tor verfehlte.

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„Uns hat dann die Tiefe im eigenen Spiel nach vorne gefehlt. Du kriegst die Jungs in der Situation erst einmal nicht dazu, offensiv zu denken,“ war Trainer Schwarz wenig überrascht über den Spielverlauf nach dem frühen Platzverweis. Erst in der 43. Minute gelang es Bad Kreuznach, erstmals den gegnerischen Torwart zu prüfen. Als dann in der ersten Hälfte zudem noch Paolo Walther und Niclas Moerbel verletzt ausfielen, befürchteten die mitgereisten Eintracht-Anhänger schon ein Fiasko.

So war es durchaus schon ein Achtungserfolg, dass das Team mit einem 0:0 in die Halbzeitpause gehen konnte. Nach der Pause begann Steinwenden offensiv und drückte auf die Führung, Bad Kreuznach stand zunächst defensiv gut. Ab der 50. Minute überschlugen sich die Ereignisse: Zunächst fiel der – letztlich entscheidende – Treffer für Steinwenden. Eric Kiefer drang von der rechten Seite in den Strafraum ein, bediente den frei stehenden Sebastian Schäfer, der aus kurzer Distanz um 1:0 einköpfen konnte. „Das Tor fiel ausgerechnet in einer Phase, in der ich dachte, wir stehen trotz des Druckes stabil. Aber es war positiv, dass wir kein zweites Tor gefangen haben und direkt wieder ins Spiel gekommen sind,“ kommentierte Trainer Schwarz den Gegentreffer. Fast im Gegenzug hatte die Eintracht in der 51. Minute den direkten Ausgleich auf dem Fuß. Fabien Spreitzer setzte sich durch und Steinwendens Torhüter Benjamin Klein konnte in höchster Not den Ausgleich verhindern. Wiederum nur eine Minute später musste Steinwendens Anton Artemov nach einer Rangelei mit Nils Flühr mit einer Gelb-Roten Karte vom Platz. Bad Kreuznach war sofort wach, drängte nun selbst auf den Ausgleich und hatte seine stärkste Phase im Spiel. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. „Wir wurden mutiger und hatten mehr Räume und es war beeindruckend, wie die Mannschaft hier wieder zurückgekommen ist,“ hatte Trainer Schwarz in der Phase die Hoffnung, etwas Zählbares mitzunehmen.

Doch die Gastgeber fingen sich und hatten nach einem Lattentreffer von Eric Kiefer in der 61. Minute wieder eine Druckphase. Nur zwei Minuten später stand Steinwendens David Höft vier Meter vor dem Tor völlig frei, doch Mark Becker im Tor der SGE konnte den Kopfball parieren. Bis zur Schlussphase kämpften beide um den Sieg, das Spiel wurde aggressiver, aber es gab kaum noch Strafraumszenen. Bad Kreuznach warf in den Schlussminuten noch einmal alles nach vorne und bedrängte das Tor der Pfälzer. Belohnt wurde die Schlussoffensive jedoch nicht und Steinwenden konnte seine knappe Führung über die Zeit retten.

Nach Abpfiff äußerte SG-Coach Schwarz jedoch nicht etwa Frust über die knappe Niederlage, sondern zollte seiner Mannschaft „großen Respekt für das, was diese Mannschaft, die so noch nie zusammengespielt hat, unter diesen Umständen für eine zweite Halbzeit gespielt hat.“ Für Schwarz fühle sich das verlorene Spiel nicht nur nach Niederlage an. Er nehme aus dieser Leistung viel Zuversicht für die nächsten Partien mit.

Von Matthias Frohnhöfer