Droht der Oberliga eine Abstiegsflut?

(mlg/csr). Es mutet kurios an: Da kommt es im Fußball-Regionalverband bei einer Abstimmung über die Aufstiegsregelung zur Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar nach Auszählung der...

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EDENKOBEN. (mlg/csr). Es mutet kurios an: Da kommt es im Fußball-Regionalverband bei einer Abstimmung über die Aufstiegsregelung zur Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar nach Auszählung der Stimmen der Vereine, des Präsidiums sowie der Landesverbände zu einem unerwarteten Votum, das allen Zweitplatzierten der drei Verbandsligen die Möglichkeit zum Aufstieg einräumt. Und jetzt winkt der „Vize“ aus dem Saarland auch noch ab. Doch damit ist noch lange nicht Schluss: Die Corona-Folgen wirken bis über die nächste Saison hinaus, vor allem beim Blick auf die Abstiegsregelung.

SC Brebach verzichtet, FSV Jägersburg steigt auf

Nach dem FSV Salmrohr als dem wohl größten Nutznießer aus dem Rheinland kommt deshalb nun auch aus dem Saarland der Drittplatzierte hoch. Die Saison nach der Quotientenregelung auf Rang zwei beendet hat der SC Halberg Brebach, der in die Oberliga hätte zurückkehren dürfen. Die Brebacher verzichteten aber. Und so rückt der FSV Jägersburg nach, der im Vergleich mit dem dahinter platzierten SV Auersmacher einen um 0,002 Zähler besseren Quotienten aufweist. Wobei: Auch Auersmacher hätte auf den Aufstieg verzichtet. Insgesamt entspricht das Prozedere allerdings auch der allgemeinen Spielordnung im Regionalverband, wonach ein Aufstiegsrecht bis zum Tabellenvierten weitergereicht werden kann.

Zweiter Nutznießer im Rheinland ist „Vizemeister“ TSV Emmelshausen. Aus dem Südwesten hätte der FC Speyer als bester Zweiter der drei Verbandsligen ohnehin aufsteigen dürfen. Jetzt wird also ein Modus gesucht, nach dem die Saison mit insgesamt 24 Mannschaften gespielt werden kann. Im Raum steht eine durch die Rheinländer präferierte Aufteilung der Klasse in zwei Staffeln sowie die Idee, eine einfache Runde mit Playoffs im Anschluss zu spielen. Eine Arbeitsgruppe mit Vertretern der Verbände und Vereine soll am heutigen Donnerstag erstmals über den Modus beraten.

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Arbeitsgruppe berät über den Spielmodus der Saison

Neben dem Spielmodus für eine kommende Runde mit Mammutbeteiligung wird sich die Arbeitsgruppe des Verbandes auch mit dem Thema der folgenden Abstiegsregelung befassen müssen. Hintergrund: Die Spielordnung geht von einer Sollstärke der Oberliga von 18 Vereinen aus, die auch immer möglichst schnell wiederhergestellt werden muss. Im Regelwerk heißt es allerdings dazu unter anderem: „Aus der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar steigen am Ende der Spielrunde zwei bis fünf Vereine ... in die oberste Spielklasse der Landesverbände ab.“ Doch das ist bei Weitem nicht genug, wenn man sich die Szenarien anschaut, die nach der nächsten Saison drohen.

Eine entsprechende Reduzierung dürfte zumindest kurzfristig utopisch sein. Denn es gibt Rechenspiele, die Ende nächster Runde bis zu 30 Mannschaften in der Oberliga vor Abstiegsreduzierung sehen. Beispiel gefällig? 24 Mannschaften minus ein Regionalliga-Aufsteiger plus vier Verbandsliga-Aufsteiger plus drei Regionalliga-Absteiger – macht 30 Teams. Und die daraus folgenden zwölf Absteiger sind freilich nur theoretischer Natur. Selbst „nur“ 28 oder 29 Teams machen die Sache nicht wirklich besser.

Und egal welche Lösungen im Regionalverband gefunden werden, es wird sicher auch Folgen für die Spielklassen unterhalb der Oberliga haben.