Bezirksliga Nahe: Abschenken ist kein Thema

Planigs Dennis Mastel (schwarzes Trikot) gegen Sven Dangel von der SG Pfaffen-Schwabenheim/Bosenheim. Foto: Edgar Daudistel

TSG Planig und SG Pfaffen-Schwabenheim könnten in den Ruhe-Modus – oder doch nicht? Derweil könnte der TuS Hackenheim auf dem Sofa Meister werden.

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PLANIG/PFAFFEN-SCHWABENHEIM. Den einen bietet der neue Modus, in dem die hiesigen Amateurfußball-Ligen in dieser Saison gespielt werden, Spannung bis zum letzten Spieltag. Andere können sich nach Ende der Hauptrunde dagegen bereits völlig entspannt zurücklehnen. Die TSG Planig oder auch die SG Pfaffen-Schwabenheim/Bosenheim etwa zählen zu diesen Kandidaten, für die sich der Blick auf die Tabelle allenfalls noch lohnt, um zu sehen was die Teams an der Tabellenspitze so machen. Mit neun (SG) respektive sieben Punkten (TSG) schmücken die Kreuznacher das Ende des Aufstiegsrunden-Tableaus. Warum man in die verbleibenden Spiele dennoch nicht ohne Erwartungshaltung hineingeht, haben die beiden Trainer im Gespräch verraten.

TSG Planig: „Mal neue Sachen ausprobieren“

Eigentlich könnte den Grün-Weißen das Heimspiel gegen den SV Winterbach (Sonntag, 15 Uhr) so ziemlich egal sein. „Wir gehen ganz klar in dieses Spiel rein, um zu gewinnen”, sagt Trainer Cihan Ceylan dennoch. Dass man dabei trotzdem wesentlich entspannter in die Duelle geht, da man aufgrund des Modus bereits „save” ist, kann der 37-Jährige freilich nicht verneinen. „Aber das bietet dir eben auch Chancen, mal Sachen auszuprobieren, etwa die Dreierkette”, berichtet Ceylan von einem ersten Testlauf beim letzten Ligaspiel gegen Mörschied (2:2). “Gott sei Dank haben wir diese Zeit und nehmen sie uns auch, um kontinuierlich daran zu arbeiten, dass wir guten und attraktiven Fußball spielen”, erklärt der Kreuznacher, der davon überzeugt ist, “dass alles in die richtige Richtung läuft”.

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Auch das Thema Pressing schnitten die Planiger im Training intensiver an. „Das braucht alles seine Zeit”, sagt Cihan Ceylan mit Blick auf seine junge Mannschaft, die, so der Coach, „alles super annimmt, lernwillig ist und die Dinge auch mal hinterfragt, die der Trainer da erzählt“. Alles in allem ein super Arbeitsklima, in dem sich das Trainergespann mit Brian Huth, Dogukan Tasyürek, Dennis Mastel, Cihat Yakut und eben Cihan Ceylan sehr wohl fühle. Die komfortable Situation gebe dann auch Spielraum, die zweite Mannschaft im Abstiegskampf der B-Klasse zu supporten und auch schon die ersten A-Jugendlichen reinschnuppern zu lassen, die im Sommer nachrücken. „Wir sind voll im Soll und sehr zufrieden mit der Gesamtsituation”, betont Ceylan. Auch der nagelneue Kunstrasen trage dazu seinen Teil bei: „Der ist brutal gut und es macht riesig Spaß drauf zu kicken.”

SG Pfaffen-Schwabenheim: Abgeschenkt wird nichts

Bei der benachbarten SG ist die Stimmungslage ähnlich, abgeschenkt wird hier gar nichts. „Es geht doch keiner auf den Platz und sagt: schauen wir mal, wie es heute ausgeht”, betont Trainer Tino Häuser voller Überzeugung. Dass seine Mannschaft etwa beim 0:5 in Birkenfeld oder gar beim 0:7 in Simmertal möglicherweise einen anderen Eindruck hinterlassen haben könnte, ist dem 53-Jährigen bewusst. „Da haben wir uns einfach auch ein bisschen unglücklich angestellt, aber Spaß hatte da von uns ganz sicher niemand.”

Umso besser, dass direkt zum Start der „Rückserie” die Chance auf die erste Revanche wartet. Entsprechend viel haben sich die Kombinierten für das Heimspiel am Sonntag (15.30 Uhr) gegen den SC Birkenfeld auch vorgenommen. “Dort haben wir gesehen, dass sie auch kicken können und vor allem eine sehr robuste Mannschaft haben”, hofft Häuser auf einen Lerneffekt seiner teils jungen und Bezirksliga unerfahrenen Spieler. „Wir sind jetzt mit Sicherheit etwas schlauer”, ist es dem 53-Jährigen so lieber, als dass man die gleichen Fehler in der kommenden, dann wieder kompletten Runde macht, wo die Drucksituation möglicherweise dann eine andere ist und solche Niederlagen doppelt und dreifach wehtun. „Wir wollen immer das Beste rausholen, auch wenn es nicht immer klappt. Aber auch aus Niederlagen kannst du viel lernen”, sei vieles dann auch einfach Kopfsache. Taktisch hat auch Häuser schon mal die Dreierkette ausprobiert, will sich mit sonstigen Experimenten aber aufgrund der sportlichen Fairness zurückhalten: “Goldene Ananas hin oder her, das Ganze darf nicht zum Probier-Geschäft werden.” Schließlich könnte das Rennen um Platz zwei gerade durch die Duelle gegen die Teams entschieden werden, für die es rein sportlich gesehen, um nichts mehr geht. Ganz unbedeutend ist das Abschneiden der übrigen Teams daher auf keinen Fall.