TuS Neuhausen holt sich in Eppelsheim den Fußball-Kreispokal

Ivan Miocevic (am Ball) lässt den Schornsheimer Torben Dilg ins Leere laufen. Foto:  p-p/Boris Korpak

Daniel Zolotarev trifft kurz vor Schluss zum vorentscheidenden 4:3 gegen die SG Schornsheim/Undenheim. Beide A-Klassisten lieferten sich in Eppelsheim ein packendes Spiel.

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EPPELSHEIM. Der finale Pfiff von Schiedsrichter Adrian Muntean war noch nicht ganz verhallt, da hatten TuS Neuhausens Fußballer schon ihre roten Trikots ausgezogen und die weißen mit der Aufschrift Kreispokalsieger 2022 übergestreift. Danach artete es für die Helden von Eppelsheim in Stress aus. Siegerehrung, wo ihnen der scheidende Pokalspielleiter Ralf Müller den goldenen Cup überreichte. Danach ins Tor, Siegerfoto mit Anhang und Kreisvorsitzendem Kalli Appelmann. Kaum waren die letzten Tropfen der Sektdusche auf dem schönen Rasen gelandet, zog der Tross zur eigenen Bank. Freunde und Freundinnen, Ehefrauen und Kinder gesellten sich dazu. Ein Ständchen und Selfies – so schön kann Begeisterung sein.

Mittendrin Daniel Zolotarev, der kurz vorm Schlusspfiff das 4:3 gegen den A-Klassisten SG Schornsheim/Undenheim erzielt hatte. Es war ein Treffer, mit dem kaum noch jemand in der regulären Spielzeit gerechnet hatte. Und schon gar nicht zugunsten der Neuhäuser. Aber Zoloratev spielte seine ganze Klasse aus: „Ich bekam den Ball. Ich weiß gar nicht, wo er herkam. Von rechts müsste es gewesen sein. Die Schussbahn ist frei. Ich nehme mein Herz in die Hand und schweiße das Ding ins rechte Eck. Ich habe den Ball einfach nur reingehauen“, erzählt der ehemalige Oberliga-Fußballer von der TSG Pfeddersheim.

Dass er kurz danach auch das 5:3 auf dem Fuß hat, geschenkt: Den Abpraller verwertete stattdessen halt Kevin Bernhardt. Auch gut.

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Das Spiel sei hoch intensiv gewesen, sagt der 27 Jahre alte Zolotarev. Sein Team führte kurz nach der Halbzeit 3:1. Und dann sind die Schornsheimer zurückgekommen. „Ein Riesenkompliment dafür“, sagt Zolaterev. Diese Anerkennung sprechen alle Neuhäuser dem Gegner aus. Auch TuS-Trainer Sascha Jeckel und Marco Stark. Der 40 Jahre, ehemalige Jugendnationalspieler hielt die Abwehr zusammen, machte die Mitte dicht für den gefährlichsten SG-Angreifer, Torben Dilg.

Die Begegnung hatte MArco Stark als enges Duell erlebt, das Neuhausen am Ende verdient gewann. „Wenn Du die nötigen Tore machst, dann hast Du verdient gewonnen“, kommentierte der Innenverteidiger. Die erste Hälfte, daran gab es überhaupt keine Zweifel, ging an TuS. Nach dem 1:3 übernahm die SG Schornsheim die Kontrolle. Angetrieben von dem Wunsch, nicht im zweiten Jahr in Folge ein Kreispokalfinale verlieren zu wollen. TuS aber glückte eben dieser eine Konter zum 4:3, der die Elf um den ehemaligen Oberliga-Fußballer Philipp Schrimb ins Tal der Tränen stürzte.

Sascha Jeckel ordnete die Leistung seines Teams indirekt ein, indem er die Qualität des Rivalen würdigte: „Das war ein brutal starker Gegner.“ Nächsten Sonntag begegnen sich beide Mannschaften erneut, dann in einer weiteren Begegnung um einen der ersten beiden Tabellenplätze der A-Klasse. Jeckel ahnt, dass die SG auf Revanche sinnen wird, noch couragierter zur Sache gehen wird als nun in Eppelsheim. Aber, kündigt er an: „Wir auch“. Aus seiner Sicht war der Pokalsieg ein weiteres Ausrufezeichen in einer starken Saison. Immerhin hatte TuS vergangenen Sommer auch die Stadtmeisterschaft gewonnen.