TuS Framersheim denkt in der Bezirksliga an die A-Klasse

Kalli Rupp. Foto: BK/Axel Schmitz

TuS Framersheims Fußballer überraschten mit dem Sieg über den VfL Gundersheim. Das ändert aber nichts an der Philosophie des Klubs, sagt Kalli Rupp, der Sportliche Leiter.

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FRAMERSHEIM. Der TuS Framersheim sorgte am ersten Spieltag der Fußball-Bezirksliga gleich einmal für einen Paukenschlag. Der Aufsteiger bezwang im Eröffnungsspiel den hochgehandelten VfL Gundersheim mit 2:1. Kalli Rupp, der 42-jährige Sportliche Leiter des TuS Framersheim, erzählt, was in dieser Saison nun noch möglich ist.

Herr Rupp, wie überrascht waren Sie nach dem Sieg ihrer Mannschaft?

Ich sage es mal so: Ich wusste, dass ein Gegner von der Qualität eines VfL Gundersheim unserer Mannschaft liegt. Wenn wir den Kampfgeist und die Leidenschaft an den Tag legen, dazu noch unsere Zuschauer im Rücken, dann sind solche Siege möglich.

Ist der TuS Framersheim nun plötzlich selbst ein Team, mit dem die Konkurrenz um die Plätze ganz vorne rechnen muss.

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Das ist jetzt erst einmal ein Spiel gewesen. Eigentlich ist es so, dass diese Saison in der Bezirksliga für uns eher ein Bonusjahr ist. Wir sind ja zum Aufstieg gekommen wie die Jungfrau zum Kind. Aber wenn man die Chance hat, dann nimmt man das natürlich mit. Unsere Philosophie ist aber eher so angelegt, dass wir pro Saison eine Mannschaft stellen, die in der A-Klasse zwischen Platz drei und zehn mitspielt.

Aber der Ligaverbleib in der Bezirksliga soll es in dieser Runde schon sein, oder?

Klar, das Ziel ist es, wenn möglich, die Abstiegsrunde im kommenden Frühling zu vermeiden. Wissen Sie, als ich hier angefangen habe, waren wir in der C-Klasse, dann haben wir lange im oberen Bereich der B-Klasse gespielt und haben uns danach in der A-Klasse etabliert. Für ein Dorf wie Framersheim mit seinen 1500 Einwohnern ist das schon etwas Tolles.

190 Zuschauer kamen am Freitag gegen Gundersheim. Mit wie vielen Zuschauern rechnen Sie, wenn Corona nicht wäre?

Wir hatten hier ja schon 500 Leute, aber mehr als 190 geht derzeit eben nicht. Und am letzten Freitag mussten wir zum Glück niemanden nach Hause schicken.

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Wie sehen Sie die mittelfristige Entwicklung. Kann TuS auch sportlich auf diesem Niveau in den nächsten Jahren spielen?

Wir können solche Transfers, wie es der VfL Gundersheim beispielsweise macht, nicht tätigen. Wenn ich sehe, wer da beim VfL am Freitag alles auf dem Platz stand. Da waren jede Menge Oberliga- und Verbandsligaspiele. Wir setzen da eher auf Jugendarbeit. Und ich muss sagen, wir hatten in den letzten Jahren da auch viel Glück. In dieser Saison haben wir sieben Spieler aus der A-Jugend in die Erste Mannschaft übernommen. Gegen Gundersheim standen zwei in der Anfangsfornation, zwei wurden eingewechselt. Es ist jetzt niemand dabei, der die Mannschaft im Alleingang auf ein komplett ganz neues Niveau hebt. Aber alle können bei den Aktiven mitschwimmen und sich entwickeln. Wir haben auch in den nächsten Jahren gute Jugendspieler. Ein wenig Sorge machen mir da nur die Jahrgänge unten. In Sachen eigene D- und C-Jugend sollten wir schon in nächster Zeit etwas tun.

Welche Rolle spielt eigentlich der TSV Gau-Odernheim für den TuS Framersheim?

Beim TSV existiert ja sozusagen schon ein Jugendleistungszentrum. Wir haben ein sehr gutes Verhältnis mit Gau-Odernheim. Und natürlich profitieren wir auch von der Tatsache, dass Spieler, die es dann für das hohe Niveau des TSV nicht schaffen, aber sehr gut ausgebildet sind, es bei uns versuchen. Tim Malkmus ist ja da so ein gutes Beispiel. ​

Das Interview führte Reiner Bohlander