TSV-Coach Hartmüller hat seinen Plan für den Auftritt in...

Berkan Celebi Foto: fupa.net

Sonntag geht‘s in die Pfalz. Die Erinnerungen an den nächsten Gegner sind nicht nur positiv. Daher gilt die Gau-Odernheimer Taktik: „Nur nicht stressen lassen.“

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GAU-ODERNHEIM. Die Erinnerung an den 4. Oktober 2020 zählt zu den weniger erfreulichen in der jüngeren Vergangenheit des TSV Gau-Odernheim. Verbandsliga-Heimspiel gegen den ASV Fußgönheim, eine schmucklose 0:3-Niederlage, begleitet von viel Lärm von außen, gipfelnd in einem Feldverweis des Pfälzer Trainers Ediz Sari. Am Sonntag (15 Uhr) treten die Fußballer vom Petersberg im Westen Ludwigshafens an – und wissen genau, was sie erwartet.

TSV-Trainer Christoph Hartmüller machte sich vorigen Sonntag ein Bild vom ersten Saisonspiel des ASV bei Basara Mainz. Fazit: „Fußgönheim ist eine Mannschaft, die du körperlich bearbeiten musst, weil sie sehr aggressiv sind. Das hat Basara geschafft. Dann kannst du auch die technischen und taktischen Elemente auf den Platz bringen.“ Das Resultat war ein 2:1-Sieg der „Diamanten“, den beide Seiten als verdient eingeordnet hatten.

Die Pfälzer sind, mit Ausnahme einer Landesliga-Pause von 2010 bis 2013, Stammgast in der Verbandsliga. Von den sechs Duellen binnen der vergangenen zehn Jahre gewann der TSV drei, zwei davon auswärts. Das bislang letzte Gastspiel im Herbst 2019 wurde 4:1 gewonnen, einen der Treffer machte Luca Gerhardt. Der Rückkehrer zählt zur Phalanx der Spieler, die Hartmüller insbesondere gefordert sieht, wenn es darum geht, Paroli zu bieten.

„Im eigenen Ballbesitz cool sein, sich nicht stressen lassen, sein Ding durchziehen“, ist der Schlachtplan des Mainzer Lehrers, „und bei gegnerischem Ballbesitz Fußgönheim bearbeiten, kernige Zweikämpfe führen, stabil sein, sich nicht einschüchtern lassen.“ Hartmüller sieht viel Potenzial beim Gegner. Mit Blick auf den regionalligaerfahrenen „Unterschiedsspieler“ Nauwid Amiri (30) auf der Zehn, mit Blick auf den „absoluten Hochkaräter“ Manuel Maier (30), der schon für Mechtersheim und Ludwigshafen in der Oberliga am offensiven Flügel aktiv war.

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Und mit Blick auf die emotionale Komponente. „Trainer und Anhang pushen 90 Minuten lang. Wenn es läuft, kann diese Truppe über sich hinauswachsen“, sagt Hartmüller, „aber wenn sie ein Tor fangen, fallen sie auch gern mal in sich zusammen, pöbeln einander an. Eine große Wundertüte.“ Der latent aggressive Pfälzer Anhang und die leichten Tumulte im Oktober 2020 sind den Petersbergern noch in lebhafter Erinnerung.

Auf Kapitän Daniel Diel kommt es besonders an

Ein weiterer Torschütze des letzten Gastspiels in Fußgönheim, Lukas Knell, befindet sich ebenso wie Dominik Lawall weiter im Aufbautraining. Paul Adler wurde am Montag an seinem gebrochenen Arm operiert und dürfte ebenso wie Leon Robinson (Innenbandriss im Knie) erst im Oktober wieder mitmischen können. Ömer Er, Muhammed Yasar und Aimen Abdelaali könnten wieder Optionen für den Kader sein.

Auf Kapitän Daniel Diel, Jakob Friedrich im Defensiv-Zentrum und Berkan Celebi wird es auf dem Fußgönheimer Rasenplatz, neben Gerhardt, in Hartmüllers Augen besonders ankommen. Celebi, der zur U19 aus der Gonsenheimer Jugend kam, könnte in diesen Tagen seinen Durchbruch in der ersten Mannschaft feiern. „Er kam sehr fit in die Vorbereitung, ist auf dem Platz lautstärker geworden, spielt sehr präsent. Er hat einen Schritt nach vorne gemacht“, sagt Hartmüller, der aus der 0:1-Niederlage gegen Marienborn viel Positives zieht.

„Ich denke, anders als direkt nach dem Spiel glauben mir inzwischen die meisten, dass wir uns da sehr gut verkauft haben.“ Nicht nur gemessen am 1:5 der Vorsaison. Ein langfristiger Formanstieg, den der TSV beim ASV bestätigen will.