TSV Armsheim gibt in Schornsheim auch nach 0:4 nicht auf

Ralf Meyer funkt auf der gleichen Wellenlänge wie die jungen Spieler des TSV Armsheim. Foto: BK/Axel Schmitz

Für den Sieg über den Titelfavoriten der Fußball-A-Klasse reicht es noch nicht. Aber bravourös verabschiedet hat sich die Elf von Ralf Meyer aus dem Kreispokal trotzdem.

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SCHORNSHEIM. 1:6 lautete die Hypothek, mit der der TSV Armsheim in Schornsheim anreiste. So hoch hatte die Elf von Ralf Meyer das Punktspiel anfangs dieser Saison beim Titelfavoriten der Fußball-A-Klasse verloren. Damals glaubte der Coach aber auch eine Schwachstelle der top besetzten SG Schornsheim/Undenheim entdeckt zu haben: „Wenn man tief steht, dann tun sie sich schwer“, sagte der 50 Jahre alte Schwabenheimer unter der Hand.

Das Kreispokalspiel gestern Abend hätte Gelegenheit geboten, die Probe aufs Exempel zu machen. Wahrscheinlich gingen die Armsheimer auch mit diesem Plan auf den Platz. Nach vier Minuten hatten ihn die Schornsheimer aber schon durchkreuzt. Dank des Treffers von Arber Sadiku führten sie 1:0. Es sollte noch ärger für die Armsheimer kommen: 2:0 Raphael Schambach (8.), 3:0 durch Wahab Ahmed (19.). Und auch der Elfer, den Julius Laux schoss, saß. Das 4:0 nach 20 Minuten ließ die Schlachtenbummler vom TSV das Schlimmste für die weiteren 70 Minuten befürchten.

Doch das Debakel blieb aus. Die Mannschaft um Robin Forg rettete sich in die Pause, wo Ralf Meyer in die Trickkiste griff: „Jungs“, meinte er gegenüber seiner unverwüstlichen Mannschaft, „wir fangen jetzt von vorne an. Es steht 0:0, die zweite Hälfte wollen wir gewinnen“. Die Ansage passte.

Plötzlich wirkten die Armsheimer wie ausgewechselt. Angeführt von Ali Karakus, trotz seiner Jugendlichkeit der auffälligste Spieler auf dem Feld, eroberte sich der TSV die optische Überlegenheit. Zwangsläufig fielen die Gegentore: 1:4 durch Moritz Schünemann (58.) und das 2:4 (65.) durch Karakus. Als die Schornsheimer dann noch einen Spieler verloren, weil sie ihr Auswechselkontingent ausgeschöpft hatten, drängte Armsheim auf das 3:4, dem sich mit Sicherheit eine hitzige Pokalschlacht angeschlossen hätte. Die Schornsheimer kamen aber um diesen Nervenkrimi herum.

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Meyer, in der Alzeyer Kante noch ein weitgehend unbekannter Trainer, meinte, er sei total stolz auf seine Mannschaft. „Nach dem frühen 0:4 nicht aufzugeben, obwohl alle wussten, wie verwaist unsere Bank ist – klasse“. Überhaupt standen die Armsheimer nicht mit dem besten Aufgebot auf dem Feld: „Das Spiel am Sonntag gegen Osthofen ist uns wichtiger“, so Meyer. Aber auch bei den Schornsheimern fehlten vier Leistungsträger.

Trotz der Niederlage: Die junge Mannschaft des TSV schlägt sich prächtig in dieser Saison. Den Pokalsieg über die SG Wiesbachtal bestätigte sie, indem sie den Erfolg in der Meisterschaft wiederholte. Sodann besiegte sie die TG Westhofen klar. Ein bisschen ärgerlich die Auftaktpleite gegen RWO Alzey II, als in den letzten beiden Minuten der Sieg noch aus der Hand gegeben wurde. Und dann das 1:6 gegen Schornsheim, mit dem aber in Anbetracht der hohen individuellen Qualität der SG mehr oder weniger zu rechnen war.

Meyer freuen die Fortschritte, die das Team Woche für Woche macht. Sie bestätigen den Eindruck, den die Vereinsführung des TSV hatte, als sie Meyer als neuen Trainer ihrer Mannschaft vorstellten: „Er kann sehr gut mit jungen Spielern. Deshalb passt er sehr gut zu uns“, hieß es damals.