Trotz Corona-Krise: SG Weinheim meldet weiteres Fußball-Team

Ihr Pflichtspiel-Debüt feierte die SG Weinheim III am Sonntag gegen TuS Framersheim II. Die Männer auf der Bank verfolgen die Aktion von Lukas Müller (in Weiß) gegen Daniel Wissmann. Foto:  pakalski-press/Axel Schmitz

Die Alzeyer Vorortler überraschen mit der Meldung der SG Weinheim III. Im Kreispokal besteht das Team die Feuertaufe.

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ALZEY. Ausgerechnet jetzt in der Corona-Pandemie, in der viele dem Sport im Allgemeinen und dem Fußball im Speziellen den Rücken kehren, meldet die SG Weinheim/Heimersheim eine Dritte Mannschaft für den Pflichtspielbetrieb. Das ist eine absolute Seltenheit in der Region. Zum letzten Mal wagte das der VfR Alsheim und scheiterte krachend. Und damals wusste noch niemand, wie sich Covid 19 schreibt. Geschweige denn, was das ist.

Sonntag hatte die SG Weinheim III ihren ersten Auftritt. Im Kreispokal verlor sie 0:2. Aber: „Wir verkauften uns gut gegen eine Mannschaft, die in ganz vorne mitspielen wird“, urteilte Bekim Morina. Er ist der Coach des Teams, auch so etwas wie sein Papa.

Zusammen aus der Jugend zu den Aktiven

Die SG Weinheim III geht als jüngstes Team des Kreises in den Wettbewerb. Das Gros der Mannschaft, wenn sie denn komplett ist, besteht aus Spielern, die gerade der Jugend entwachsen sind. So wie Felix Domes, der 19 Jahre alte Kapitän. Der angehende Student der Grundschulpädagogik skizziert, wie die Idee aus der Taufe gehoben wurde: „Bekim Morina sprach uns an, ob wir uns das vorstellen könnten.“ Die Zusage aller war so gut wie nur noch Formsache.

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Vier Jahre lang kümmerte sich Morina um die Jungs. Wurde einmal Kreismeister mit ihnen, einmal Vize. Und hätte Corona nicht den Spielbetrieb lahmgelegt, die Bilanz wäre heute wohl noch imposanter. In der Zeit entstand der Teamspirit, dem auch die lange Fußball-Pause nichts anhaben konnte. Er ist es, der die SG Weinheim III auch in der kommenden Runde zusammenhalten soll.

Die junge Gruppe, in der auch Morina mitspielen wird, „wenn Not am Mann ist“, geht unbekümmert, ja sogar euphorisch, ans Werk. „Wir möchten um den Aufstieg mitspielen“, kündigt Felix Domes an. Und fügt hinzu: „Wenn man Großes erreichen will, dann muss man auch groß denken“. Das ist die Philosophie der Mannschaft. Das ist die Philosophie der Spieler. So hat sie Bekim Morina in den zurückliegenden Jahren kennengelernt. „Wenn sie auf dem Platz steht, hat keiner Angst vorm Gegner, egal wer kommt. Nur Respekt“.

Modell, um den eigenen Nachwuchs zu halten

Die SG Weinheim, ambitionierter B-Ligist, hatte sich reichlich Gedanken gemacht, ob sie tatsächlich das Wagnis dritte Mannschaft eingehen soll. Am Ende war es aber alternativlos. Die älteren Spieler, daheim in der Ersten und Zweiten, wollten noch nicht aufhören. Andererseits drängte der starke Jugendjahrgang in den Aktivenbereich. Hätten sie keine Einsatzchancen, würden sie abwandern. Oder aufhören. Das wollte niemand riskieren, sonst hätten wir bald nur noch eine Mannschaft, unkte Weinheims Willy Stoll: „Die Dritte wird aber nur ein Übergangsprojekt sein. Solange, wie die Älteren noch spielen möchten.“

70 Fußballer sind es, die bei der SG Weinheim auf drei Mannschaften verteilt werden wollen. Eine ordentliche Personaldecke, die erfahrungsgemäß allerdings im Herbst und Winter schrumpft. Felix Domes sieht den Tagen entspannt entgegen: „Auch darüber haben wir uns schon unterhalten. Solange wir wenigstens zehn bis elf Leute aufbieten können, werden wir antreten“, avisiert der SG-Kapitän.

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Das Team erweckt den Eindruck, es ist unverwüstlich. So präsentierte es sich auch bei der Feuertaufe gegen TuS Framersheim II. Mit dem Rücken zur Wand, aber doch immer angriffslustig. Großen Anteil daran hat wiederum Bekim Morina. Er hat ein gutes Händchen für die Jungs, weiß, wie er sie ansprechen muss, um sie zu begeistern. „Da wird es auch mal laut“, erzählt Felix Domes. Gram ist dem Coach deshalb niemand. Im Gegenteil.