Klaus Siebecker kann mit seinem Status gut leben

Klaus Siebecker strahlte in seinem ersten Verbandsliga-Einsatz große Ruhe aus. Foto: pakalski-press/Axel Schmitz

Gegen Bienwald Kandel gab Klaus Siebecker sein Debüt im Tor des TSV Gau-Odernheim. Eine Gefahr für die Nummer eins, Daniel Diel, wird er trotz guter Leistung nicht.

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GAU-ODERNHEIM. Nun hat Klaus Siebecker seine Feuertaufe in der Fußball-Verbandsliga hinter sich. Beim 1:1 gegen Bienwald Kandel stand der 20-Jährige im Tor des TSV Gau-Odernheim. Also auf dem Platz, der normalerweise Daniel Diel gehört.

Die Bundestagswahl sorgte dafür, dass Siebecker zwischen die Pfosten durfte. Wegen der war Daniel Diel am vergangenen Sonntag verhindert. Siebecker, ein angehender Baugenieur aus Eisenberg, rückte nach. Und um allen falschen Spekulationen entgegenzutreten: An ihm lag es nicht, dass der TSV Gau-Odernheim gegen Bienwald Kandel nicht gewann. Den flachen Schuss von Renaldo-Doru Balasa, verdeckt aus der Distanz, hätte wahrscheinlich auch Daniel Diel nicht mehr aus dem Eck herausgefischt.

Für Klaus Siebecker war dieser Einsatz „super. Ein Sieg wäre natürlich das i-Tüpfelchen drauf gewesen“, erzählt der Torhüter im Rückblick. Über ein Jahr lang hatte er auf diese 90 Minuten warten müssen. Solange steht er schon im Verbandsliga-Kader des TSV Gau-Odernheim. Aber genauso lange besetzt Daniel Diel diese Position. Und es ist sehr wahrscheinlich, dass sich daran in den nächsten Jahren auch nichts ändern wird. Es sei denn, jeden Sonntag wären Wahlen.

Doch so weit braucht es nicht kommen, sagt Klaus Siebecker schmunzelnd. Er akzeptiert den Status der Nummer zwei bis auf Weiteres. Was nicht heißen soll, dass ihn jede Chance, sich vor großem Publikum zeigen zu können, freut.

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Abwandern jedenfalls ist nicht das Ding des Pfälzers. „Ehrlich gesagt, daran habe ich noch nie gedacht“, so Siebecker. Stattdessen schätzt er die Trainingsgruppe in Gau-Odernheim. Noch möglichst viel von Daniel Diel („Fußballerisch bestimmt der beste Torhüter Liga“) lernen, ist ihm wichtiger, als andernorts die Nummer eins zu sein.

Zumal er es als Motivation begreift, einen Besseren vor sich zu haben. Sich ihm leistungsmäßig annähern und ihm irgendwann mal Konkurrenz zu machen, das treibt Klaus Siebecker an. Genauso wie die Aussicht, am Petersberg im Tor zu stehen. „Irgendwann löse ich ihn ab“, sagt der junge Mann voraus. Bis dahin holt er sich die Wettkampfpraxis in der Zweiten Mannschaft des TSV, in der er regelmäßig eingesetzt wird.

Diel und Siebecker haben seit Jahren eher ein Lern- und Lehr- als ein Konkurrenzverhältnis. Als Siebecker – nach Stationen in Eisenberg, Meisenheim und Phönix Schifferstadt – in der B-Jugend nach Gau-Odenheim kam, war Daniel Diel sein erster Trainer.