Fußballverband hofft auf hohe Wahlbeteiligung

Lothar Renz. Archivfoto: photoagenten/Christine Dirigo

Im Südwestdeutschen Fußballverband gehen viele davon aus, dass die laufende Saison mit Wertung beendet wird. Sicher ist das aber erst, wenn die Vereine so gewählt haben.

Anzeige

ALZEY. Bis Mittwoch nächster Woche läuft im Südwestdeutschen Fußballverband die Abstimmung unter allen Vereinen, wie mit der Spielzeit 19/20 umgegangen werden soll. Zwei Optionen stehen zur Wahl. Die eine: Tabellen begradigen, dann die beiden Erstplatzierten aufsteigen lassen und das alles ohne Absteiger. Und die andere: Die Saison annullieren. Wir sprachen darüber mit Lothar Renz, dem Kreisvorsitzenden Alzey-Worms.

Herr Renz, gibt es schon einen Zwischenstand?

Nein. Wir müssen uns alle in Geduld fassen. Die Vereine können bis 3. Juni abstimmen. Mit dem Resultat beschäftigen wir uns dann im Verbandspräsidium am kommenden Freitag.

Haben Sie einen Überblick über die Wahlbeteiligung?

Anzeige

Nein. Ich hoffe natürlich, dass wir im Kreis Alzey-Worms wenigstens an die Quote herankommen, die wir bei der letzten Abstimmung erreichten. Das waren rund 80 Prozent.

Damals es ging um die Frage, ob die Vereine die Saison fortsetzen oder doch lieber unvollendet beenden möchten?

Genau.

Was ist Ihres Erachtens die bedeutendere Wahl?

Die, die gegenwärtig läuft. Sie hat ja die Qualität eines Satzungsbeschlusses. Eigentlich war dafür ein außerordentlicher Verbandstag vorgesehen, den man aufgrund des Distanzgebots und des Versammlungsverbotes nicht veranstalten konnte. Der Gesetzgeber hat daher als Äquivalent vorübergehend das schriftliche Abstimmungsverfahren zugelassen. Rein rechtlich hat diese Wahl ein bedeutenderes Gewicht als die erste Abstimmung, bei der man ein Meinungsbild einholte.

Anzeige

Nun könnte man meinen, dass manche Vereine die aktuell laufende Wahl nur noch als Pro-forma-Akt betrachten. Die Mehrheit dürfte annehmen, dass das Rennen bereits gegen die Saisonwiederholung gelaufen ist ...

Also ein Pro-forma-Akt ist diese Wahl mit Sicherheit nicht. In den vergangenen Tagen bin ich mehrfach wegen der einen oder anderen Detailfrage von Vereinsvertretern angerufen worden. Dabei hatte ich nicht den Eindruck, dass eins der beiden Modelle bereits eine absolute Mehrheit hat. Von daher würde ich jedem Vereinsrepräsentanten empfehlen, dass er sich an der Abstimmung beteiligt. Andernfalls müsste er sich hinterher vielleicht grämen, dass die Wahl nicht so ausgegangen ist, wie er oder sie es gerne gesehen hätten. Verlieren ist das eine, aber nicht mitgemacht haben, das andere.

Was ist Ihr Wunschmodell?

Das ist unerheblich. Wir, das Präsidium des Südwestdeutschen Fußballverbands, sehen uns als Dienstleister der Vereine. Wir setzen im Rahmen unserer Möglichkeiten um, was die Vereine wünschen. Wir wünschen nur, dass das Votum von einer möglichst großen Zahl von Vereinen getragen wird. Deshalb appellieren wir an alle Stimmberechtigten, sich an diesem Verfahren zu beteiligen. Wäre es ein Verbandstag, es wäre erfahrungsgemäß für die meisten eine Selbstverständlichkeit, aktiv mitzuwirken. Genauso sollten sie nun diese schriftliche Abstimmung wahrnehmen. Vom Gewicht her ist sie wie ein Verbandstag, nur die Form unterscheidet sich.

Das Interview führte Claus Rosenberg