Corona: deutlich weniger Fußball-Jugendmannschaften

Hofft auf eine baldige Freigabe für den Spielbetrieb: Karlheinz Best. Archivfoto: BK/A. Schmitz

Insgesamt sind es 60 Mannschaften, die im Vergleich zur letzten Saison fehlen. Vor allem im Kreis Alzey-Worms fällt ein Großteil an Teams weg. Ein schwerer Schlag für die Vereine.

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ALZEY-WORMS. Mit einem Rückgang hatten die Verantwortlichen schon gerechnet, doch so deutlich hatte es kaum Einer kommen sehen. Nach Ablauf der Meldefrist für Mannschaften im Südwestdeutschen Fußballverband (SWFV) wird deutlich, dass die Coronakrise auch den Jugendfußball im Land zurückwirft. 40 Mannschaften weniger (216) sind es beispielsweise im Kreis Alzey-Worms im Vergleich zur Meldung der Vorsaison (20 im Kreis Mainz-Bingen). „Das ist schon heftig, aber hat sich leider angedeutet“, erzählt Kreisjugendchef Karlheinz Best. Immer wieder in den vergangenen Wochen habe er Anrufe von besorgten Vereinen bekommen, die sich unschlüssig über die Mannschaftsmeldung waren. „Es ist für die Klubs einfach extrem schwer abzuschätzen, wie viele Kinder nach Corona denn noch zum Fußball kommen“, skizziert Best das Dilemma. Gerade weil auch viele Kinder neben dem Fußball noch andere Sportarten betreiben, die wie beispielsweise im Tennis schon seit Längerem wieder im Wettkampfmodus gespielt werden dürfen, hätten sich viele Kinder und Jugendliche vorerst auf die anderen Hobbys konzentriert.

Gerade diesen Klubs habe er Mut zugesprochen, trotz der unübersichtlichen Situation eine Mannschaft ins Rennen zu schicken, so Best. „Bevor kein Spielplan erstellt wurde, haben wir es auch in den vergangenen Jahren so gemacht, dass die Klubs ihre Mannschaften kostenlos zurückziehen können“, versichert der Vorsitzende des Kreisjugendausschusses Alzey-Worms. Dennoch: dass einige Vereine in dieser schwierigen Phase eher pessimistisch und vorsichtig planen, sei auch verständlich. „Die Vereine stehen mittlerweile ja schon sehr lange in den Startlöchern. Normalerweise sind wir zu diesem Zeitpunkt ja schon viel weiter mit unseren Planungen. Stattdessen tappen wir weiter im Dunkeln, was für alle extrem unglücklich ist“, sagt Best. Im Verbands- und Kreisjugendausschuss, wo man diese Woche sich erneut ausgetauscht hat, warte man gespannt auf ein Signal aus der Politik, einen Fingerzeig, wie es weitergeht mit dem wettkampfbetriebenen Fußballspielen. „Wir haben verschiedene Rahmenterminpläne besprochen und uns natürlich auch Gedanken zu einer Einteilung der Klassen gemacht“, bestätigt Karlheinz Best. Vorteil des Jugendspielbetriebs gegenüber der Aktivität sei, dass man in den meisten Ligen deutlich kleinere Staffeln habe. Nachteil sind die Schulferien, außerschulische Veranstaltungen und die Wintermonate, in denen Spiele witterungsbedingt nur selten wie geplant über die Bühne gehen können. „Wenn es erst im Oktober wieder losgehen kann, wollen wir eine einfache Runde spielen, um zumindest den Spielbetrieb wieder zurückzuhaben. Bei der Einteilung ist auch klar, dass wir nach räumlicher Nähe gehen und keine Mannschaft quer durchs Land schicken werden“, erklärt Best.

Doch bis der Ball wieder wie gewohnt rollt, wird es wohl noch dauern. Immerhin fallen durch die Sommerferien nicht mehr so viele Stunden Trainingsbetrieb aus, da ohnehin viele Klubs pausieren. Karlheinz Best hofft, dass bis zur Fertigstellung der Spielpläne nicht mehr allzu viel Zeit vergeht, schließlich könne jede neue Woche der Ungewissheit weitere Aussteiger mit sich bringen – extrem schmerzhaft für die Klubs und den Fußballsport im Land. „Wir sind guter Dinge“, verbreitet Best Optimismus, „dass auch wieder bessere Zeiten kommen.“ Die Hoffnung lebt, dass die Zeit nach Corona dann auch wieder mehr Jugendfußballer und Fußballerinnen in die Vereine lockt.