Auf Anhieb aus der Jugend in die Verbandsliga

Auch gegen Phönix Schifferstadt hatte Henrik Hillesheim mehrere Torchancen. In dieser Szene pariert Kevin Schuster den Kopfball des Gau-Odernheimers. Foto: pakalski-press/Axel Schmitz

Mit der Einstellung, die Henrik Hillesheim mitbringt, hat der TSV Gau-Odernheim noch viel Spaß mit seinem neuen, jungen Stürmer. Der Wendelsheimer trägt das Herz am rechten Fleck.

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GAU-ODERNHEIM. Wohin mag der Weg von Henrik Hillesheim in den nächsten Jahren noch führen? Von der Einstellung her kann die Fußball-Verbandsliga, in der der 19-Jährige für den TSV Gau-Odernheim stürmt, nie und nimmer das Ende der Fahnenstange sein. Dazu ist der Wendelsheimer viel zu ehrgeizig.

Schon jetzt stehen in der Vita des Schülers vom Alzeyer Elisabeth-Langgässer-Gymnasium fünf Punktspiele in der Anfangsformation – und zwei Tore. Oder anders formuliert: Der junge Mann hat auf Anhieb den Durchbruch aus der Jugend in den Aktivenbereich geschafft. Alltäglich ist das nicht. Aber auch längst kein Grund für ihn, Allüren zu bekommen. Im Gegenteil: „Henrik“, schwärmt sein Trainer Christoph Hartmüller, „ist regelmäßig der Erste im Training - und der Letzte, der aufhört“.

Fleiß zahlt sich aus, glaubt Henrik Hillesheim. Er möchte sich später mal nicht grämen, seine fußballerischen Potenziale verschenkt zu haben. Deshalb powert er. Und es ist typisch für ihn, dass er in dem Zusammenhang erwähnt: „Meine Mutter wünschte sich, ich hätte die gleiche Einstellung in der Schule.“ Dazu lächelt er. Schließlich können sich auch dort seine Leistungen sehen lassen.

Fußball aber ist sein Steckenpferd. Am liebsten spielt er selbst. So wie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit am Sonntag am Petersberg gegen Bienwald Kandel. Aber er schaut auch zu. So verfolgte er zum Beispiel das 1:0 von RWO Alzey gegen den VfB Bodenheim. Lernen lässt sich immer - aktiv wie passiv.

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Henrik Hillesheim ist einer der vielen jungen Fußballer, denen die Corona-Pandemie zwei Jahre Sport stahl. Beide Spielzeiten, in denen er mit der Jugend des TSV Gau-Odernheim Großes hätte vollbringen können, wurden abgebrochen.

Kein Wort des Jammerns, wohl aber der Dankbarkeit

Es ist aber wieder typisch, wie er damit umgeht: Kein Wort des Jammerns, stattdessen der Blick aufs Jetzt: „Es stimmt, wir konnten uns in den beiden Jahren nicht zeigen. Aber umso dankbarer bin ich, dass uns der TSV Gau-Odernheim und der Trainerstab nun dieses Vertrauen schenken.“

Andererseits hat es sich Henrik Hillesheim auch verdient. In der langen Trainingspause im Verein, zu der ihn das Virus verdammt hatte, arbeitete er individuell. „Wir auf dem Land sind doch privilegiert“, sagt er. Feld, Wald und Wiese bieten reichlich Platz, um Laufen zu gehen. Man muss es halt nur wollen Henrik Hillesheim wollte es. Auch, weil ihn der Sport von den vielen Restriktionen ablenkten, die mit den Folgen der Pandemie verbunden waren.

Beim TSV Gau-Odernheim fühlt sich der Gymnasiast, der Sport, Biologie und Deutsch als Leistungsfächer belegt hat, pudelwohl. Die Mannschaft ist jung. Der Trainer, Hartmüller, geradezu ideal. Warum, das erzählt der junge Wendelsheimer auch geradewegs heraus: „Weil er bei der Aufstellung nicht auf die Namen schaut, sondern auf Trainingseinsatz und Motivation.“ Deshalb haben die Jungen eine Chance und brauchen nicht auf der Bank versauern. Sie danken es dem Trainer mit ansprechenden Leistungen auf dem Platz.

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In der Fußballschule des Ex-Lauterers Axel Roos

Das kleine Fußball-Einmaleins lernte Henrik Hillesheim in der Fußballschule des Lauterer Ex-Profis Axel Roos. Dort trainierte er unter Joachim Lawall, der später als Jugendtrainer zum TSV Gau-Odernheim wechselte. In dessen Bugwelle verschlug es Hillesheim ebenfalls an den Petersberg.

Der Fußball-Enthusiast verfolgte viele Spiele der Gau-Odernheimer Parade-Elf. Schaute auf zu Spielern wie Lukas Knell oder Daniel Diel. Mit ihnen heute gemeinsam in einer Mannschaft zu stehen, das findet der 19-Jährige einfach nur „toll“. Auch das ist ein Grund, weshalb es sich für ihn lohnt, sich in jedem Training volle Kanne reinzuhängen.