„Wird Zeit, dass wir das Ding ziehen“

Dennis Endras (hier beim 2:3 in Spiel eins) war bislang Mannheims Heimspiel-Goalie. Darf er jetzt erstmals in Berlin ran? Foto: dpa  Foto: dpa

Die Mannheimer Adler haben bisher in dieser Saison keines ihrer drei Gastspiele bei den Berliner Eisbären gewinnen können. Die drei Besuche in der Hauptstadt – egal ob...

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MANNHEIM. Die Mannheimer Adler haben bisher in dieser Saison keines ihrer drei Gastspiele bei den Berliner Eisbären gewinnen können. Die drei Besuche in der Hauptstadt – egal ob Haupt- oder Play-off-Runde – endeten für das Team von Cheftrainer Sean Simpson allesamt mit Niederlagen. Damit soll an diesem Mittwochabend (ab 19.30 Uhr) Schluss sein. Denn: Holen die Kurpfälzer den ersten Auswärtssieg in der Best-of-Seven-Serie gegen die Eisbären (Stand: 2:1), hätten sie am Freitag vor eigenem Publikum Matchball verbunden mit der Möglichkeit, ins Halbfinale einzuziehen.

„Wir tun uns in der Berliner Halle schwer“, gesteht Adler-Manager Teal Fowler ein. Spiel zwei gaben die Adler vergangenen Freitag in der Mercedes-Benz-Arena mit 3:6 ab. Es war der bislang deutlichste Sieg einer Mannschaft in dieser Viertelfinal-Serie. Allerdings fielen die Berliner Treffer fünf und sechs erst kurz vor Schluss, als die Mannheimer alles auf eine Karte setzten.

Können die Eisbären von Cheftrainer Uwe Krupp also die Serie von bislang drei Heimsiegen in dieser Serie fortsetzen, den erneuten Ausgleich herbeiführen und dafür sorgen, dass es Freitag in der SAP Arena beim Stand von 2:2 quasi wieder von vorne losgeht? Oder gelingt den Adlern mit dem ersten Erfolg auf fremdem Eis der vielleicht entscheidende Schritt Richtung Halbfinale? „Es wird Zeit, dass wir dorthin fahren und das Ding ziehen“, ist Adler-Goalie Dennis Endras fest entschlossen.

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Beim ersten Auftritt an der Spree hatte Drew MacIntyre für die Mannheimer zwischen den Pfosten gestanden. Gut möglich, dass Endras nach den beiden Heimsiegen auch in der Hauptstadt den Vortritt erhält. Entscheidungen hierüber werden in den Play-offs nicht mehr von den Adlern kommuniziert. Endras formuliert aber die Zielsetzung: „Wir wollen unbedingt gewinnen.“ Gerade nach der bislang besten Play-off-Leistung im Heimspiel am Sonntag, als die Adler mit 3:2 gewannen. Das Endresultat legt zwar nahe, dass es knapp war. War es nach dem späten Anschluss von Florian Busch (54.) auch – kurzzeitig. In den wichtigen Statistiken lagen die Adler aber jeweils deutlich vorne: Sie gewannen mehr Bullys (44:26), schossen öfter aufs Tor (42:22) und blieben der Strafbank fern (2:12 Minuten ohne die Zehn-Minuten-Disziplinarstrafe gegen Daniel Sparre).

Das dürfte auch diesmal in Berlin der Schlüssel zum Sieg sein. Die Adler wollen das Spieltempo hochhalten, dann bekommen die Berliner Probleme. „Es sind Kleinigkeiten, die in den Play-offs entscheiden“, sagt Manager Teal Fowler. Berlin versuche zwischendurch, das Tempo zu verschleppen, um Luft zu holen und den Kontrahenten aus dem Rhythmus zu bringen.

Sonntag gelang Berlin das nicht. Teilweise schnürten die Adler den Gegner in dessen Drittel wie im Powerplay ein und deckten Berlins Goalie Petri Vehanen mit reichlich Schüssen ein. Dem Finnen – ein Meister seines Fachs – muss man schon Großkalibriges vorsetzen, damit er Probleme bekommt. „Wir sind am Sonntag gut und kompakt aufgetreten, das müssen wir jetzt auch im Auswärtsspiel aufs Eis bringen“, fordert Christoph Ullmann.

Der Routinier weiß, worauf es ankommt, je näher die Entscheidung rückt: „Wir müssen taktisch sehr diszipliniert spielen und müssen von der Strafbank wegbleiben“, so der 33-jährige Stürmer. In Spiel zwei schafften das die Adler nicht wie gewünscht, da mussten sie öfter als gewollt ins Penalty-Killing, waren frustriert und meckerten zu viel, wie Teal Fowler befand.

Das wollen die Mannheimer am Mittwoch besser machen. Fowler: „Wenn wir unser Tempo durchdrücken, die Scheibe oft zum Tor bringen, dann bekommen wir automatisch mehr Powerplay-Situationen.“

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Ab jetzt wird es auch eine Frage der Kraft werden. Christoph Ullmann hat sich im Dienstagtraining noch mal die Bleiweste anlegen lassen, „um die Beine flott zu kriegen“, wie er erklärte. Alles andere als Vollgas bringe sowieso nichts, sagt Ullmann. „Wenn du versuchst, Kraft zu sparen, kriegst du einen Schuss in den Ofen.“ Die Adler seien breit genug aufgestellt, um in jedem Spiel an die Grenze gehen zu können. Gegen Berlin am besten nur noch zwei Mal.