Rote Teufel treffen auf Bad Tölzer Offensivpower

Vom Co- zum Headcoach: Harry Lange gibt nun beim EC Bad Nauheim die Richtung vor. Heute erstmals als Gast des EC Bad Tölz. Archivfoto: Storch

Erste Bewährungsprobe des neuen Bad Nauheimer Chefcoachs Harry Lange in der Deutschen Eishockey-Liga 2. Auf ihn und sein Bad Nauheimer Team wartet die Bad Tölzer Tormaschine.

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BAD NAUHEIM. Am Montagabend hat der EC Bad Nauheim seinen Trainer Hannu Järvenpää entlassen, bereits am heutigen Donnerstag steht der neue Headcoach Harry Lange mit dem Gastspiel um 19.30 Uhr bei den Tölzer Löwen vor seiner ersten Bewährungsprobe in der Deutschen Eishockey-Liga 2 als Headcoach.

Erst kürzlich hatten die Verantwortlichen der DEL 2 in Anbetracht der vielen Nachholspiele aufgrund der Corona-Pandemie ihren Spielplan verdichtet, sodass ab dem heutigen Donnerstag fast konsequent bis zum Ende der Punktspielrunde im Zwei-Tages-Rhythmus gespielt wird. Für Bad Nauheim bedeutet das, dass man nach dem heutigen Duell in Bayern bereits am Samstag den ESV Kaufbeuren empfängt.

Die erste Herausforderung für den neuen EC-Coach könnte mit dem Aufeinandertreffen bei den Tölzer Löwen kaum größer sein. Die Bayern haben am Dienstagabend ihr Nachholspiel gegen den ESV Kaufbeuren mit 7:3 gewonnen und damit ihren dritten Platz in der Tabelle gefestigt. Mit gnadenloser Effizienz und starkem Powerplay hatten sie im bayrischen Derby mit nur 14 Feldspielern wieder ein Offensivspektakel gezeigt. Das ist überhaupt ihr Markenzeichen, denn mit 124 Treffern bei 30 Spielen sind die "Buam" derzeit das Team in der Liga, das die stärkste Offensivkraft ausstrahlt.

"Unglaubliche Qualität"

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"Sie haben zwar nur einen relativ kleinen Kader, aber in puncto Qualität sind sie unglaublich gut besetzt. Bad Tölz ist eine absolute Top-Mannschaft", zeigt Harry Lange, der übrigens im ersten Aufeinandertreffen in Bad Tölz wegen der Geburt seines Kindes nicht dabei war, durchaus Respekt vor den Schützlingen des erfahrenen Kevin Gaudet. Der kann mit den beiden Kanadiern Reid Gardiner und Max French sowie mit Marco Pfleger eine erste Angriffsreihe der Extraklasse (55 Tore und 75 Assists) auf das Eis bringen.

In Bezug auf das Spielsystem wird es beim EC Bad Nauheim keine großen Änderungen geben. "Wir haben gar nicht die Zeit, neue Dinge einzustudieren", sagt Lange, der gerade einmal zwei Trainingseinheiten hatte, um sich auf die Partie heute in Bad Tölz vorzubereiten. "Ich erwarte allerdings, dass die Jungs auf dem Eis alles geben, ohne dabei den Kopf zu verlieren. Wir müssen zum einen aggressiv und zum anderen auch sehr diszipliniert an diese schwere Aufgabe herangehen", fordert der neue EC-Coach vor allem eine andere Einstellung als dies zuletzt bei den Roten Teufeln der Fall war. In personeller Hinsicht gibt es einige Fragezeichen. Mick Köhler wird wieder dabei sein, dafür fehlt Julian Chrobot. Wer aus dem zuletzt fehlenden Trio Cabana/Reiter/Körner mitwirken kann, wird sich erst ganz kurzfristig entscheiden. Möglicherweise fällt auch noch Tomas Schmidt aus, der Vaterfreuden entgegensieht.