Bereit sein für Berliner Vollgas

Matthias Plachta erlebte am Dienstag einen nicht alltäglichen Abend: Gleich vier Tore gelangen dem Stürmer (hier beim 2:1). Doch das alles zählt am Freitag nicht mehr. Foto: dpa  Foto: dpa

Mit einem Paukenschlag ist die Play-off-Viertelfinal-Serie in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) zwischen den Mannheimer Adlern und den Eisbären Berlin am Dienstagabend...

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MANNHEIM. Mit einem Paukenschlag ist die Play-off-Viertelfinal-Serie in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) zwischen den Mannheimer Adlern und den Eisbären Berlin am Dienstagabend eröffnet worden. Die Ouvertüre machte dabei Lust auf mehr, denn beide Mannschaften lieferten sich beim 4:3 nach Verlängerung ein energiegeladenes und spannendes Spiel. Dass die Adler eine Auftaktniederlage durch den Ausgleichstreffer zum 3:3 von Matthias Plachta 3,5 Sekunden vor der Schlusssirene gerade so abwenden konnten, spricht einerseits für die Comeback-Qualitäten der Mannheimer. Das Auftaktduell offenbarte aber auch Probleme.

„Du musst für jeden Moment bereit sein“, hatte Cheftrainer Sean Simpson vor dem Start der Play-offs gesagt. Und die Adler waren es. Sie hatten kein gutes Drittel gespielt, hatten eine 2:1-Führung abgegeben und lagen mit 2:3 hinten. Es lief die letzte Minute, als zwei Nordamerika-Rückkehrer zum Lucky Punch ansetzten. Sie setzten das um, was der Trainer gefordert hatte und waren für diesen Moment bereit, obwohl die Niederlage eigentlich schon Bestand hatte.

Doch David Wolf brachte die Scheibe mit dem Rücken zum Tor noch einmal vor eben jenes – mit den besten Wünschen. Und er fand dort Matthias Plachta, der heranrauschte und den Puck zum Ausgleich in die Maschen jagte. Zum ersten Mal in dieser Serie drohte in der SAP Arena das Dach wegzufliegen. Die Adler schickten gleich einmal die Ansage in die Hauptstadt, dass das Spiel erst vorbei ist, wenn 0:00 auf der Uhr steht. Und die Nordbadener nutzten das Momentum, ließen gleich das zweite psychologische Zeichen an die Eisbären folgen: Nur 20 Sekunden dauerte es in der Overtime, bis Plachta mit seinem vierten Treffer des Abends den Mannheimer Sieg perfekt gemacht hatte und die erste Heldengeschichte dieser Serie geschrieben werden durfte.

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Aber es sind Play-offs, und da geht es nur Schritt für Schritt. „Spiel eins ist vorbei. Jetzt beginnt ein neues“, sagte Adler-Headcoach Sean Simpson am Donnerstag nach einer kurzen 45-Minuten-Einheit und legte Partie eins damit endgültig zu den Akten. „Wir sind froh, dass wir noch gewonnen haben. Aber jetzt beginnt ein neues Kapitel“, so der 57-Jährige.

So schön und spektakulär der Sieg in Spiel eins auch war, er konnte und darf auch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Mannheimer so ihre Probleme hatten. Die achttägige Pause machte den Adlern doch mehr zu schaffen, als ihnen lieb war. Die schnelle Berliner Führung tat ihr Übriges. „Das war zu erwarten“, tat es Simpson ab, der nun hofft, „dass wir jetzt im Play-off-Modus sind“.

Das wird auch nötig sein, denn am Freitag steht Kapitel zwei der Serie auf dem Programm. Und Simpson weiß: „Berlin wird vor eigenem Publikum mit sehr viel Energie aus der Kabine kommen. Sie werden Vollgas geben.“ Ohnehin sei die Mannschaft aus der Hauptstadt nicht mehr mit jener aus der Hauptrunde zu vergleichen, die gerade so Achter wurde. Denn pünktlich zu den Play-offs haben die Eisbären zum ersten Mal in dieser Saison alle Mann an Bord und können ihre Qualität, die sie zweifelsohne im Kader haben, auf vier Reihen verteilen. Dass die Hauptstädter einen langen Atem haben, haben sie bereits in den Pre-Play-offs bewiesen, als sie Straubing in der dritten Verlängerung auf die Bretter schickten.

Per Flugzeug geht es für die Adler am Freitag vom Mannheimer City Airport nach Berlin. Direkt nach dem Spiel ist die Rückreise geplant. Denn am Sonntagnachmittag um 14 Uhr stehen sich beide Kontrahenten bereits zum dritten Aufeinandertreffen wieder in der SAP Arena gegenüber. Deswegen dürfte es im Falle einer erneuten Overtime nur heißen: Plachta, übernehmen Sie!