Auf starken Auftritt folgt herber Dämpfer

(wbe). Während der "große Bruder" DEL noch zögert, hat die Deutsche Eishockey-Liga 2 am Wochenende den Sprung in die neue Saison gewagt. Ohne Zuschauer, aber dafür mit der...

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BAD NAUHEIM. Während der "große Bruder" DEL noch zögert, hat die Deutsche Eishockey-Liga 2 am Wochenende den Sprung in die neue Saison gewagt. Ohne Zuschauer, aber dafür mit der einen oder anderen sportlichen Überraschung. Titelaspirant Löwen Frankfurt kassierte gleich im ersten Auswärtsspiel eine Niederlage, die ambitionierten Heilbronner Falken zieren mit null Punkten das Tabellenende und mit Landshut und Ravensburg sind überhaupt nur zwei Clubs am ersten Doppelspieltag ungeschoren davon gekommen. Kontrastreich, um nicht zu sagen völlig diametral, verlief der Saisonauftakt für den EC Bad Nauheim. Nach einem starken Auftritt am Freitagabend auf eigenem Eis beim 6:3-Erfolg gegen die Bietigheim Steelers folgte am Sonntag das Debakel bei den Ravensburger Towerstars. Gleich mit 1:7 wurden die Roten Teufel von den Oberschwaben abgefertigt und selbst über eine noch höhere Niederlage hätten sich die Gäste am Ende nicht beschweren können.

So ziemlich alles, was die EC-Akteure gegen die Steelers noch richtig gemacht hatten, ließen sie bei den Towerstars vermissen. Wenig Tempo im Spiel, kaum Zug zum Tor und viele unkonzentrierte Aktionen, die Ravensburg das Leben auf dem Eis sehr leicht machte. Eigentlich hätte man schon nach einer halben Stunde aufhören können, als Robbie Czarnik für die Gastgeber mit einem Onetimer das zwischenzeitliche 5:0 erzielte. Bis dahin waren die Oberschwaben so drückend überlegen, dass die Bad Nauheimer kaum die Luft zum Atmen hatten. Besonders bezeichnend: Viele EC-Scheibenverluste vor dem eigenen Tor und im Spielaufbau, die Ravensburg immer wieder gute Möglichkeiten eröffneten. Selbst bei sieben Gegentreffern war es Felix Bick im Bad Nauheimer Tor, der im Angriffswirbel der Towerstars phasenweise noch Schlimmeres verhinderte. Für EC-Headcoach Hannu Järvenpää war die Niederlage allerdings schlimm genug, ihm hatte es nach den 60 Minuten fast die Sprache verschlagen. Er lobte dann vor allem die Performance des Gegners. "Sie haben gespielt wie ein Meister", sagte der Finne. Recht hatte er, immerhin sind die Ravensburger nach der vorzeitig abgebrochenen letzten Saison ja der noch amtierende Titelträger - eine Begründung für den schwachen Auftritt seiner Truppe war das allerdings nicht. Am Ende hatte der Finne seine Ironie dann aber wieder gefunden. Auf die Frage, wie sehr ihm und seiner Mannschaft die Fans fehlen, meinte der Coach: "Gegen Bietigheim hätte ich sie mir gewünscht, heute war ich froh, dass niemand da war". Rehabilitieren können sich die Bad Nauheimer schon am Wochenende im "finnischen Duell" gegen Ex-Trainer Petri Kujala mit dessen Bayreuth Tigers und am Sonntag beim Hessenderby in Kassel.