Neuzugang Alexandra Berry: "X-Faktor" unter dem ASC-Korb

Präsentiert ihr neues Trikot: ASC-Centerin Alexandra Berry. Foto: Harald Kaster

Die Kanadierin Alexandra Berry bringt neue Qualität ins Zweitliga-Team des ASC Theresianum Mainz - im Pokalspiel am Samstag will sie dies erstmals auf dem Feld demonstrieren.

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MAINZ. Sehr weit fortgeschritten war der ASC Theresianum Mainz bereits in Verhandlungen mit einer Center-Spielerin. Die Verstärkung des Zweitliga-Teams auf dieser so wichtigen Position im Basketball stand kurz bevor. Dann die Wende im August - durch einen Anruf. "Ich habe sofort alles andere gestoppt", sagt Sportvorstand Dominique Liggins. Denn der Agent von Alexandra Berry fragte an. Ob sich der ASC vorstellen könne, dass die Kanadierin in der kommenden Saison in Mainz spielt.

Der ASC konnte es sich vorstellen. Mehr als das: Liggins und Co. waren begeistert. Denn die 25-Jährige erzielte in der vergangenen Saison als Center-Spielerin für den Liga-Konkurrenten BG Ludwigsburg 278 Punkte in 19 Spielen, holte 181 Rebounds. Und nun steht "Allie", wie sie von allen genannt wird, vor ihrem ersten Pflichtspiel mit ihrem neuen Team: Samstag, 16 Uhr, gastiert Zweitligist Saarlouis/Dillingen Diamonds in der Theresianum-Halle zur Pokal-Partie.

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"Wir sind alle sehr aufgeregt", spricht Alexandra Berry für die Mannschaft, "hoffen wir, dass nach der Vorbereitung alle Puzzleteile passen und wir erfolgreich sind." Ein wichtiges Puzzleteil ist sie selbst - laut Trainer Andre Negron. Und Liggins sagt: "Allie ist unser X-Faktor." Also etwas Besonderes, was dem gesamten ASC-Spiel eine neue Qualität verleiht. Die Kanadierin wird bei dem Lob etwas verlegen, will sich nicht in den Vordergrund stellen: "Wichtig ist, dass die Chemie im Team stimmt." Es gebe viele andere Leistungsträgerinnen, als Beispiele nennt sie Patricia Sagerer, Shantrell Moss, Nikola Kacperska oder Alina Dötsch. In der Tat: Beim letzten Test am vergangenen Samstag in Heidelberg (69:51 gewonnen) trafen mit Sagerer, Moss und Berry gleich drei Spielerinnen im zweistelligen Bereich.

"Ich schaue nicht so sehr auf die Statistik", will Berry ihre Ausbeute nicht herausstellen, "es ist wichtig, dass wir als Team funktionieren." Zwei Jahre lang spielte Alexandra Berry in Ludwigsburg, davor fünf Jahre für die Universität in Arcadia. Ihr Elternhaus steht im Fischerstädtchen Yarmouth im Westen Kanadas, am 43. Breitengrad. Neben Basketball spielte sie auch Volleyball, so wie ihre zwei älteren Schwestern. Mit 16 entschied sie sich dann für den Sport, in dem auch ihre Mutter und ihr Vater aktiv waren.

"Vom ersten Training an hat sie Kommandos gegeben"

Nun ist Mainz ihre neue Heimat, am 50. Breitengrad. "Das Wetter ist wie bei uns in Kanada im Juli", lacht sie beim Blick aus dem Fenster und auf den Regen dieser Tage. Verliebt hat sie sich bei ihren bisherigen Stadtrundgängen ("Die Girls haben mir vieles gezeigt") schon in den Rhein. Neben der WG, in der sie mit Nikola Kacperska und Toni Filipova wohnt, hält sie sich aber vor allem in der Halle auf. "Vom ersten Training an hat sie Kommandos gegeben, ist eine echte Führungsspielerin", sagt Liggins. Ab Samstag wird sie dies endlich auch in Pflichtspielen auf dem Feld demonstrieren können. Die Teamplayerin aus Kanada füllt beim ASC die Lücke unter dem Korb. Mit ihrer Größe und Kraft wird sie eine sportliche Waffe beim Punkten und im Kampf um die Rebounds.