Nobel und cool

Foto: Ssangyong

Man höre und staune: 65 Jahre gibt es den Allradspezialisten Ssangyong nun schon. Doch die Koreamarke mit dem Zwillingsdrachen in indischen Händen ist für viele weiter ein...

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. Man höre und staune: 65 Jahre gibt es den Allradspezialisten Ssangyong nun schon. Doch die Koreamarke mit dem Zwillingsdrachen in indischen Händen ist für viele weiter ein Buch mit sieben Siegeln. Das Flaggschiff Rexton aber macht, wo immer es auftaucht, einiges her – auch weil es in Zeiten weichgespülter SUV noch ein Charakterdarsteller ist. Und einiges kann?

Karosserie & Innenraum

Stattlich-cool und modern steht der Koloss vor einem. Die Linienführung stimmt, das Selbstbewusstsein auch. Schließlich will man weg vom Billigheimer-Image. Stolze 2,87 Meter Radstand, das Komfortmaß, sorgen für einen üppigen Innenraum. Und für fürstliche Beinfreiheit in Reihe zwei. Auch wenn es eine dritte Reihe gibt – nur als Fünfsitzer spielt der Rexton seine ganze Stärke aus: Platz hoch acht. Konkret: 820 bis fast 2000 Liter Laderaum. Etwas eilfertig öffnet die elektrische Heckklappe, wenn man mit dem Schlüssel in der Tasche vorbeischlendert. Zeigen, was man hat – das ist offenbar das Ziel. An den Haken dürfen 3,5 Tonnen, für manchen das entscheidende Kriterium. Ein hochwertiges Cockpit, gute Sitze, geschäumte Oberflächen, Top-Verarbeitung. Das überzeugt und überrascht.

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Fahrleistung & Fahrverhalten

Dass bei 2,2 Tonnen Leergewicht nur ein Diesel sinnvoll ist, versteht sich von selbst. Deshalb steht nur ein 2,2-Liter Selbstzünder zur Verfügung, hier mit einem etwas trägen, aber passenden Siebengang-Automat von Mercedes. Die 181 PS und 420 Nm Drehmoment sind optimal zum Cruisen, für Tempo 140 auf der Autobahn. SCR-Kat mit AdBlue und die Abgasnorm Euro 6d-temp sind zeitgemäß. Auffällig: Der Behälter für die Harnstofflösung fasst stolze 25 Liter. Insgesamt geht es innen recht leise zu, ein echter Reisewagen eben, weshalb die indirekte Lenkung nicht stört. Der Fahrkomfort ist auf schlechter Fahrbahn etwas polterig, aber ansonsten angenehm.

Serienausstattung & Extras

Hier hat man alles reingepackt, was geht. Das zeigt der stolze Preis jenseits der 50 000 Euro. Aber es geht auch 20 000 günstiger – das als Trost. Denn die Version Noblesse schreibt die Topausstattung Sapphire fort: Sitzbelüftung vorne, Zweizonen-Klima, Lenkradheizung, 20-Zoll-Leichtmetallfelgen, diverse Assistenten inklusive Notbremshilfe. Einzige Option sind helle Sitze statt des schwarzen Nappaleders, was 300 Euro kostet.

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Geldwert & Umwelt

Im Schnitt verbrauchten wir 8,5 Liter Diesel. Das liegt auf dem Niveau der Werksangabe: Respekt. Und ist für ein solches Allradauto nicht schlecht. Mit dem 70-Liter-Tank sind zudem größere Reichweiten möglich.

Urteil & Fazit

Die Pluspunkte überwiegen. Damit ist der Koreaner eine echte Alternative. Und fünf Jahre Garantie oder 150 000 Kilometer sind auch ein Wort.

Von getestet von Achim Preu