Mein erstes Mal…unterwegs mit dem Ford Mustang

aus Im Auto Mobil

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Bisher ist der Ford Mustang in Deutschland eine rare Spezies, das dürfte sich mit dem Verkaufsstart des Wildpferdes hierzulande ändern. Foto: Chowanetz

Nach mehr als 50 Jahren kommt eine Legende nach Europa: Ford verkauft den Mustang jetzt erstmals auch in Deutschland - zumindest unter diesem Namen. Über das Gastspiel des...

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. Der Kindheitswunsch, irgendwann reicher zu sein als Dagobert Duck, hat sich irgendwann erstaunlicherweise zerschlagen, die Traumberufe - in dieser zeitlichen Reihenfolge - Lokomotivführer, Feuerwehrmann und Polizist verloren mehr oder weniger schnell von ihrem vermeintlichen Glanz und auch auf dem Weg zur größten Playmobil-Sammlung der Welt bin ich irgendwann falsch abgebogen. Jahrzehnte nach meiner Kindheit muss ich - und ich mache das eher amüsiert als frustriert - feststellen, dass vieles, was ich mir mit acht, neun, zehn Jahren vom Leben erhoffte, nicht einmal ansatzweise eingetreten ist. Und in den meisten Fällen ist das wahrscheinlich sogar gut so. Ich als Feuerwehrmann? Nicht auszudenken!

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Ein Wunsch aus Kindertagen hat mich aber bis heute begleitet, wurde sogar von Jahr zu Jahr größer. Wie gerne würde ich einmal einen Ford Mustang besitzen - und wenn das nicht klappt, wenigstens einmal mit einem fahren. Ich weiß gar nicht, wann sich dieser Traum bei mir manifestierte, irgendwie scheint er schon immer dagewesen zu sein. Kein Wunder eigentlich, denn der 1964 auf einer Weltausstellung erstmals präsentierte Ford Mustang wurde vom Start weg zum Kultobjekt, prägte den American Way of Life, kam ständig in Filmen und Fernsehserien vor. Wer - wie ich - in dieser Zeit groß wurde und sich für Autos interessierte (auch wenn das in jenen Jahren ein eher nebulöses Interesse war und sich darauf konzentrierte, beim Autoquartett die technischen Daten auswendig zu lernen, um zu wissen, in welcher Disziplin welches Fahrzeug nicht zu schlagen war), kam am Mustang nicht vorbei. Keine Ahnung, wann ich zum ersten Mal den Film Bullitt mit Steve McQueen sah, aber die Verfolgungsjagd zwischen Dodge Charger und Mustang werde ich niemals vergessen. Dass Steve McQueen sechszehn Mal hochschaltet, um den Killern im Dodge auf den Fersen zu bleiben, aber kein einziges Mal einen niedrigeren Gang einlegt - sei´s drum, war ja nur Kino.

Legendär hoher Spritverbrauch

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Natürlich hätte es für mich als jungen Erwachsenen, der immer wieder in die USA reiste, mehr als eine Gelegenheit gegeben, dem Mustang tatsächlich einmal zu mieten - aber die Ausführungen, die Ford seinerzeit anbot, hatten optisch irgendwie so gar nichts gemein mit jenem Mustang, dessen Bilder mich durch meine Kindheit begleiteten. Und so waren meine Begegnungen mit meinem Traumauto eher flüchtige. Um so mehr freute ich mich, wenn ich in Deutschland auf eine jener seltenen Exemplare des importierten Wildpferds traf. Die Besitzer mussten, das stand für mich fest, wahre Autonarren sein. Nur so konnte man mit dem legendär hohen Spritverbrauch jenes Fahrzeugs leben, dessen Alltagstauglichkeit zudem nicht einmal mit der eines, sagen wir: Golf, mithalten konnte. Unvergessen bleibt bei mir das Interview eines deutschen Reporters mit einem amerikanischen Mustang-Besitzer, wie er denn angesichts explodierender Spritpreise mit dem Durst seinen Pferdchens zurechtkäme. Die Antwort war herrlich simpel - und zeigte, dass es Wichtigeres im Leben gibt als die Kosten für Benzin: "If it´s empty, I fill it up."

Schlaflose Nacht

Nun gibt es den Mustang also in Deutschland. Obwohl ich mich nach wie vor auf jede Autopräsentation freue, war es im Fall des Mustang doch mehr als das - eine schlaflose Nacht nämlich. Endlich würde ich einen jahrzehntelang gepflegten Traum in die Tat umsetzen! Aber was wartete "auf der anderen Seite" der Wunscherfüllung? Zufriedenheit oder Enttäuschung? Die Antwort ist einfach: Es wird garantiert nicht bei dieser einzelnen Fahrt mit dem Mustang bleiben. Das Gefühl, hinter dem Lenkrad mit dem Pferde-Logo Platz zu nehmen, den Achtzylinder (jawohl: Achtzylinder!) im Leerlauf aufheulen zu lassen (war nicht meine Idee, ehrlich nicht, die Passanten auf der Plaza des Münchener Flughafens, wo die Mustangs in Reih und Glied standen, baten mich darum, und ich kann solche Bitten sooo schlecht ausschlagen), die anschließende Fahrt mit 421 (jawohl: 421) abrufbaren PS - all das war schöner, als ich es mir in meinen Vorstellungen von diesem Tag ausgemalt habe. Zwei Bitten habe ich aber an Ford, bevor ich ernsthaft über den Kauf "meines" Mustang nachdenke: Arbeitet doch bitte am Klang des Triebwerks im Fahrbetrieb. Wer schon einen Achtzylinder befehligt, möchte auch den typischen Sound eines solchen Motors hören. Und ehrlich, Leute, muss die Motorhaube derart im Wind "flattern", dass man denkt, sie sei nicht richtig eingerastet (War sie aber).

(Einen Bericht zum Deutschlandstart des Ford Mustang lesen Sie in der Wochendausgabe der Zeitungen der Rhein Main Presse)