Mein erstes Mal...unterwegs auf der besten Straße der Welt

aus Im Auto Mobil

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Auf der Straße entlang der italienischen Amalfiküste hat man nicht viele Gelegenheiten, die Landschaft zu bewundern. Bei einer ADR von 1,3:1 muss man hier gehörig "kurbeln". Foto: Avis

Der Autoverleiher Avis hat mithilfe von Wissenschaftlern und unter anderem einem Rennstreckendesigner nach der besten Straße der Welt gesucht - und ist in Portugal fündig...

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. Jetzt haben wir es sozusagen mit wissenschaftlichem Siegel: Die beste Straße der Welt ist die portugiesische N-222 auf dem Abschnitt zwischen Peso da Régua und Pinhão. Für den Fall, dass Sie die portugiesischen Geografie nicht unbedingt zu ihren Spezial-Wissensgebieten zählen (ein Schicksal, das Sie mit mir teilen würden): Die beiden Orte liegen etwas mehr als 100 Kilometer von Porto entfernt und führen durch das malerische Dourotal. Die Ausblicke bei der Fahrt haben der N-225 aber nicht den Titel eingebracht, sondern die nahezu perfekte ADR.

Ideales Verhältnis von Geraden und Kurven

Auch bei der ADR gilt: Sollten Sie von diesem Kürzel bis jetzt noch nichts gehört haben, brauchen Sie Ihre Bewerbung für „Wer wird Millionär“ nicht zwingend zurückzuziehen. Auch ich hätte noch vor einigen Wochen nichts mit der Abkürzung anfangen können. ADR steht für Avis Driving Ratio und beschreibt das Verhältnis von Geraden und Kurven auf einer Strecke. Der Autoverleiher Avis hat Experten wie Rennstreckendesigner, Achterbahnentwickler und Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen (sogar ein Quantenphysiker soll der Zeitung „Die Welt“ zufolge involviert gewesen sein) beauftragt zu definieren, wie die perfekte Straße aussieht. Herausgekommen ist eine Formel, die für einen Nichtwissenschaftler herrlich nichtssagend daherkommt und auch die Wahrscheinlichkeit beschreiben könnte, dass ein herunterfallendes Brot auf der Marmeladenseite landet (siehe Bild).

Fast ideale ADR von 11,2:1

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Damit auch Otto Normalfahrer die Formel versteht, wurde sie vereinfacht – und damit zur Avis Driving Ratio, kurz ADR. Sie sagt aus, dass eine Straße um so perfekter ist, je näher ihre Relation von Geraden zur Kurven an den errechneten Idealzustand 11:1 (elf Sekunden Geradeausfahrt kommen auf eine Sekunde Kurvenfahrt) kommt. Bei 25 getesteten rund um den Globus schießt dabei besagte N-222 Peso da Régua und Pinhão den Vogel ab: Die ADR beträgt 11,2:1 Bei der Fahrpräsentation des neuen 7ers führte die Testroute zufällig über die Weltmeisterstraße. Leider kann ich jetzt aber nicht mit einer Empfehlung dienen, dass man sich als Autoenthusiast unbedingt sofort auf den Weg machen sollte, um das Stück Asphalt unter die Räder zu nehmen. Auf mich machte die Strecke keinen überragenden oder extrem außergewöhnlichen Eindruck. Das mag allerdings an zwei Dingen gelegen haben. Zum einen war ich, wie gesagt, mit dem neuen 7er unterwegs, der irgendwie fast meine ganze Aufmerksamkeit absorbierte. Zum anderen ist das Dourotal einfach so atemberaubend schön, dass hier jede Fahrt auf jeder Straße zu einem Erlebnis wird (insofern lautet die Empfehlung eher "Dourotal anschauen" als "N-222 befahren").

Natürlich nur ein PR-Gag : . Aber zurück zur ADR. Die Straßen-Weltmeisterschaft ist natürlich nur ein PR-Gag (wenn auch ein ausgezeichneter). Die Testfahrer waren selbstverständlich nicht auf allen Straßen auf dem Globus unterwegs, sondern suchten sich 25 Traumrouten aus. Die N-222 ist also nicht unbedingt die weltweite Nummer 1, sondern der Platzhirsch innerhalb einer 25er-Auswahl. Durchaus möglich, dass, wenn im nächsten Jahr die nächsten 25 Routen unter die Lupe genommen werden, eine dabei ist, die es auf eine ADR von 11,1:1 oder gar 11,0:1 bringt. Und vielleicht ist das dann die Hauptstraße durch das Industriegebiet von Oer-Erkenschwick. Schließlich zählt ja ausschließlich die ADR.

Deutschland auf Platz 6

Wir leben aber im Hier und Jetzt, deshalb nachfolgend die Platzierten in der ADR-Hitparade 2015. Auf Position 2 findet sich der Highway 1 von Castroville nach Big Sur in Kalifornien (ADR 8,5:1), gleichauf mit der A535 von Holmes Chapel nach Alderley Edge in Großbritannien, es folgt auf Platz 4 der Flüelapass von Davos nach Susch in der Schweiz (7,7:1), dann auf Rang 5 die B3135 von Cheddar nach Ashwick in Großbritannien (7,5:1). Deutschland eroberte mit der Strecke von Titisee nach Bad Krozingen über die L126 Rang 6 (7,1:1). Kurios sind die Plätze 23 und 25, beide von Straßen in den USA belegt. Bei einer ADR von 1,1:1 kommt man auf dem „Tail of the Dragon“ in North Carolina nicht aus dem Lenkradkurbeln heraus, während der schnurgerade Overseas Highway von Long Point Key zu den Florida Keys mit einer ADR von 1240:1 auch für Autos ganz ohne Lenkrad geeignet wäre.