Kein Sturm im Wasserglas

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Obwohl anfangs belächelt, trägt der BMW X6 inzwichen wesentlich zum Erfolg der X-Baureihe und zur Auslastung des Werks in Spartanburg bei. Foto: BMW

Das BMW-Werk mit der größten Produktionskapazität befindet sich in Deutschland. Noch, muss man hinzufügen, denn die Dependance in Spartanburg im US-Bundesstaat South...

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. Von Tobias Goldbrunner

Er tut es. Sagt es. Einfach so. "Und hier rollt 2018 der X7 vom Band", erklärt der Werksführer. Zeigt dabei stolz die Produktion in Spartanburg. Wo BMW bereits (fast) alles von besagtem Band rollen lässt, was ein X in der Fahrzeugbezeichnung trägt. Über den SUV mit der 7 wird selten offen bei den Bayern gesprochen. Nicht so fern der eigentlichen Heimat. In den USA. In South Carolina. In Spartanburg. Dort läuft das Fließband heiß, ein X-Modell nach dem anderen steht zur Auslieferung bereit. Und auch der X7 gesellt sich eben bald zur Familie. 2018. Keine Frage, versichert der Werksführer.

Die Toiletten haben die dicksten Wände

Unerschütterlich wird in Spartanburg gearbeitet. Selbst regelmäßige Tornado-Warnungen stören da nicht. Peitscht einer der heftigen Stürme heran, ertönt im Radio eine mechanische Stimme. Warnt eindringlich. Was noch niemanden in South Carolina in Panik versetzt. Schließlich kann der Tornado auch mal immerhin 30 Kilometer vorbeirauschen. Der Wind haut einen fast um. Aber Sorgen macht sich keiner der Einheimischen. Zumal die stabilsten Zimmer ein Schild mit einem Tornado tragen. Um im Notfall Schutz zu bieten. Und auch das erklärt der Werksführer gerne: Im BMW-Werk dient der Keller zwar der Zuflucht, in den meisten anderen Häusern in und rund um Spartanburg sind es allerdings die Toiletten. Denn die haben die dicksten Wände.

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Auf den X6 folgt der X7

Für eine Testfahrt mit einem Xer ist es gar nicht mal so schlimm, wenn es stürmt. Regnet. Dann kann mal so richtig prüfen, was der SUV aushält. Und das ist viel. Gerade läuft die Produktion des neuen X6 an. Der X7 wird folgen. 2018. Wie wir gelernt haben. BMW wird sein Werk in Spartanburg vergrößern. Dort ab 2016 statt 300.000 Autos sage und schreibe 450.000 pro Jahr herstellen. Damit wäre die Produktionsstätte die weltweit größte der Bayern. Und die steht nicht mehr in Deutschland. Auch nicht in einem Billiglohnland. Sondern mitten in den USA. Und sie kann beliebig weiter wachsen. Schließlich gibt es um das Werk herum nicht viel. 8000 Leute arbeiten direkt dafür, rund 30.000 sollen indirekt davon profitieren. In einer Stadt, in der gerade mal 38.000 Menschen wohnen. Auf solche Verhältnisse kommt man in Deutschland selten.

(Tobias Goldbrunner ist Leiter der Sportredaktion Hessen bei der Rhein Main Presse)