Die S-Klasse wird zur WellnesS -Klasse

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Auch die Bildschirmanzeige wird bei den einzelnen Programmen der Energizing-Komfortsteuerung mit einbezogen. Foto: Daimler

Wenn Sie demnächst beim Ampelstopp eine S-Klasse neben sich stehen haben, dessen Fahrer die Schultern kreisen lässt und dann mit ihnen zuckt – nicht wundern! Wahrscheinlich...

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. Schon immer hatte Mercedes gerade bei seinem Flaggschiff den Anspruch, dass, egal wie lange eine Fahrt mit ihm dauert und wie stressig es wird, diese Fahrt für alle Insassen (eigentlich ein unpassendes Wort im Zusammenhang mit so einem Auto – aber egal…) so entspannend verläuft wie in keinem anderen Auto. Zahlreiche Komfortsysteme von der Luft-Ionisierung über die Massagesitze bis hin zur Ambientebeleuchtung dienen diesem Zweck. Jedes dieser Ausstattungsmerkmale werkelte bislang vor sich hin. Die auf der Hand liegende Frage war für die Daimler-Tüftler deshalb: Wieso vernetzen wir die Systeme nicht?

Genau das passiert bei der Energizing Komfortsteuerung. Basierend auf dem Concept Car „Fit & Healthy“, das Mercedes im Januar auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas präsentierte, sollen die Komfortsysteme sozusagen im Chor Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden fördern. Hierzu stehen sechs Programme – Frische, Wärme, Vitalität, Freude, Behaglichkeit und Training (letzteres mit drei Unterkategorien für Muskelentspannung, Muskelaktivierung und Balance) – zur Verfügung. Beim Menüpunkt Vitalität beispielsweise soll schnelle Musik mit vielen Beats pro Minute den Fahrer akustisch erfrischen (natürlich auch die Fahrerin, aber die ist in der S-Klasse ja leider in etwa so selten anzutreffen wie ein Vegetarier im Steakhaus). Darauf abgestimmt ist auch das Lichtdesign, das, so behauptet Mercedes, den Innenraum wie ein Kunstwerk in Szene setzt, indem es verschiedene Farben zu Farbwelten komponiert. (Gerne würden wir diese Aussage bestätigen, aber wir waren mit der S-Klasse am hellichten Tag unterwegs – und da sorgte ausschließlich das Sonnenlicht für die – nicht änderbare – Ambientebeleuchtung. Was die Musik angeht, so machte die zumindest mich eher aggressiv als vital – und meinem Beifahrer ging es kaum anders.)

Preis ist nicht einfach zu beziffern

Was die Energizing Komfortsteuerung kostet, ist leider nicht so ohne Weiteres zu beziffern. Damit das Wohlfühl-Paket vollumfänglich funktioniert, müssen andere Extras beim S-Klasse-Kauf zugebucht werden, beispielsweise das Air Balance Paket und die erweiterte Ambientebeleuchtung. Einzelne Programme funktionieren auch ohne die genannten Extras.

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„Wenn man aus der S-Klasse aussteigt, fühlt man sich wohler als vor dem Einsteigen.“ Für dieses hehre Ziel, das Daimler-Entwicklungsvorstand Ola Källenius bei der Präsentation des Luxuswagen-Facelifts formulierte, ist die Energizing Komfortsteuerung nur ein kleines Rädchen im Getriebe. Viel, viel wichtiger ist natürlich der Antrieb. Und auch hier gibt es Neues zu vermelden. In der neuen S-Klasse debütieren drei völlig neue Triebwerke, nämlich jeweils Reihen-Sechszylinder als Selbstzünder und Ottomotoren und ein neuer V8-Biturbo-Benzinmotor. Den Benziner-Sechszylinder gibt es im S 450 mit 270 kW/367 PS und im S 500 mit 320 kW/435 PS. Der Selbstzünder-Kollege bringt es im S 350 d auf 210 kW/286 PS und im S 400 d auf 250 kW/340 PS. In der letztgenannten Version ist es der stärkste Pkw-Seriendiesel, den Mercedes je angeboten hat. Das V8-Aggregat leistet 345 kW/469 PS – und ist damit nicht einmal das Spitzenmodell in der S-Klasse-Palette. Der V12 im S 600 bringt es auf 390 kW/530 PS.

Freude ganz ohne Programm

Ist das das Ende der Fahnenstange? Keineswegs. Im AMG S 63 4MATIC+ stehen überragende 450 kW/612 PS zur Verfügung. Eine Fahrt mit diesem hochmotorisierten Luxus-Gefährt bereitet dann tatsächlich so viel Freude, wie Autofahren nur machen kann – ganz ohne Energizing Komfortsteuerung übrigens. Und auch die Vitalität lässt nichts zu wünschen übrig.