Das Auto als heimisches Kraftwerk

aus Im Auto Mobil

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Bob Carter, Chef von Toyota in den USA, empfiehlt das Brennstoffzellenauto Mirai nicht nur für die emissionsfreie Mobilität, sondern auch als heimisches Kraftwerk in Notsituationen. Foto: Toyota

Das nach Herstellerangaben (es gibt den einen oder anderen Konkurrenten, der her widerspricht) erste serienmäßige Brennstoffzellenauto schickt sich an, ein enormer Erfolg zu...

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. Man kann seine Uhr danach stellen. Sobald die USA von Wetterextremen heimgesucht werden, geht das in den betroffenen Gebieten mit oft tagelangen Stromausfällen einher. Die bemitleidenswerten Opfer solcher Blackouts sitzen dann im Dunkeln und in der Kälte. Toyota-USA-Chef Bob Carter hat jetzt - zumindest auf mittlere Sicht - eine Lösung parat, die einem vermutlich nicht unbedingt sofort in den Sinn kommen würde. Carter empfiehlt den Kauf des Brennstoffzellenautos Mirai. Das nicht etwa, um mit dem Fahrzeug dem Problemgebiet zu entfliehen, sondern um an Strom zu kommen.

Das nächste große Ding

Die Brennstoffzellentechnik wird in vielen "Think Tanks" als das nächste große Ding in Sachen Mobilität angesehen. In der Zelle reagiert Wasserstoff mit Sauerstoff zu elektrischer Energie, wobei als "Emission" ausschließlich Wasser anfällt. Natürlich ist die Energie dazu gedacht, den Mirai anzutreiben. Was aber spricht dagegen, den Strom zu nutzen, um einen Haushalt zu versorgen? Nichts, meint Carter, und preist den Mirai als Retter in der Not an. Eine volle Woche lang kann der Mirai seinen Worten zufolge das Stromnetz eines Einfamilienhauses bedienen - und das nicht etwa nur, um die nötigste Wärme zu erzeugen und zwei, drei 40-Watt-Birnen zum Leuchten zu bringen. Bei der Computemesse CES Anfang des Jahres stellte der Boss von Toyota in den USA in Aussicht, dass sogar der Fernseher und andere Haushaltsgeräte betrieben werden könnten, ohne dass das Mirai-Kraftwerk vorzeitig schlapp macht. Der Wagen werkelt nonstop in der Garage vor sich hin. Kann er ruhig, denn es fallen ja keine schädlichen Abgase an.

Dünnes Tankstellennetz

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Eine Woche - das sollte eigentlich reichen, um das "reguläre" Stromnetz wieder in Gang zu bringen. Falls nicht, fährt man mit dem Brennstoffzellenauto zur nächsten Wasserstofftankstelle, füllt den Wagen wieder auf und hat eine weitere Woche Notstrom. Hier allerdings liegt auch (noch) die Schwachstelle des Konzepts: Für den Mirai wird in den USA ein Versorgungsnetz zunächst nur in Kalifornien und in einigen amerikanischen Bundesstaaten aufgebaut. Und selbst hier muss man kein Gedächtniskönig sein, um sich alle Stationen merken zu können. In zehn, 15 Jahren sieht die Sache aber sicherlich anders aus.