Oberwesel: Schönburg

Die Schönburg thront oberhalb von Oberwesel. Foto: Wolfgang Blum

Die Schönburg gehört zu den eindrucksvollsten Burgen im Welterbe Oberes Mittelrheintal. Sie liegt auf einem Felsensporn, der Elfenley, hoch oberhalb des Weinstädtchens Oberwesel.

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Oberwesel. Wer genau mit dem Bau der Burg in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts begonnen hat, ist nicht exakt geklärt. In der Folgezeit fiel sie ständig neuen Besitzern zu. Da die schönburg zu den sogenannten Ganerbenburgen gehörte, die nicht nur dem ältesten, sondern jeweils allen Erben übereignet wurden, musste sie ständig erweitert werden. In einer Namensliste von 1340 sind 95 Mitbesitzer der Burg aufgeführt.

Das Ende des Ausbaus markiert der Hohe Mantel, eine Schildmauer aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Teile davon stehen noch heute. Im Pfälzer Erbfolgekrieg steckten französische Truppen 1689 die Stadt Oberwesel und auch die Schönburg in Brand. Anschließend blieb sie für zwei Jahrhunderte eine Ruine. Victor Hugo beschrieb sie einst als eines der bewundernswertesten Schuttwerke Europas.

Nach wiederholtem Eigentümerwechsel (zu den zeitweiligen Besitzern zählte auch Prinz Albrecht von Preußen) kaufte der Deutsch-Amerikaner T.I. Oakley Rhinelander Ende des 19. Jahrhunderts die Burg und begann mit ihrem Wiederaufbau. Seine Vorfahren waren in die USA ausgewandert und dort durch Immobiliengeschäfte zu Vermögen gekommen. Unter anderem gehörte ihnen das Land, auf dem heute die Wall Street in New York liegt. 1950 erwarb Oberwesel das Anwesen vom Sohn des Besitzers zurück.

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Seit 1957 ist die Schönburg an die Familie Hüttl verpachtet. Sie betreibt dort ein Hotel, das zur Gruppe der Schloss- und Burghotels Deutschland gehört. Seit Frühjahr 2011 beherbergt der Torturm ein kleines Museum zu den Themenbereichen Burgenbau, Denkmalschutz und Burgen im Krieg. Auf der obersten Etage befindet sich eine Aussichtsplattform mit herrlichen Blicken ins Unesco-Welterbetal.