Neustadt an der Weinstraße: Hambacher Schloss

Inmitten der Rebenhügel liegt das Hambacher Schloss auf dem Schlossberg. Foto: Ketz/Rheinland Pfalz Tourismus GmbH

Am Rande des Pfälzer Waldes in einem Ortsteil von Neustadt an der Weinstraße thront das Hambacher Schloss auf einem 325 Meter hohen Vorberg der Haardt. Das einst als Burg...

Anzeige

Neustadt an der Weinstraße. Die ehemalige Burg hat im Laufe der Jahrhunderte eine Reihe von Verwandlungen durchlaufen: Sie war Bischofs-Residenz und Archiv, Ruine, ein beliebtes Ausflugsziel und eine bedeutende Versammlungsstätte. Heute ist sie ein Erinnerungsort und Museum. Vom Schloss aus schweift der Blick weit über die Rebenlandschaft der Deutschen Weinstraße bis in die Oberrheinische Tiefebene.

Rückzugsort für Speyrer Bischöfe

Um 1030 errichtet der Salierkaiser Konrad II. die „Kästenburg“ (Kastanienburg) auf dem nach allen Seiten abfallenden Bergkegel, wo bereits in spätrömischer Zeit eine Höhensiedlung existierte. Um 1100 gelangt die Burg durch Schenkung in den Besitz des Speyerer Hochstifts. So konnten die Speyerer Bischöfe die Burg vom 13. bis zum 15. Jahrhundert häufig als Rückzugsort nutzen. Auch das bischöfliche Urkundenarchiv war hier untergebracht.

Kriegerische Wirren im Mittelalter

Anzeige

Ab dem frühen 16. Jahrhundert begann eine Zeit der Kriegswirren und Zerstörung. Aufständische Bauern plündern die „Kästenburg“ erstmals im Bauernkrieg von1525. Dann wird sie durch Raubzüge zerstört und notdürftig wieder aufgebaut. Im französischen Erbfolgekrieg von 1688/89 fällt sie den französischen Truppen zum Opfer und wird endgültig zerstört. Mehr als 100 Jahre später geht das Hambacher Schloss in französischen Staatsbesitz über. Wenige Jahre später, im Jahre 1816, wird die Pfalz bayerisch und somit auch die Ruine.

Beliebtes Ausflugsziel und Versammlungsort

Ein beliebtes Ausflugsziel wird das Hambacher Schloss bereits im frühen 19. Jahrhundert, nachdem 16 Bürger aus Neustadt und Umgebung 1823 die Ruine für 625 Gulden ersteigert haben. Zu großer Berühmtheit gelangt es, als im Mai 1832 Zehntausende Menschen beim Hambacher Fest mit der schwarz-rot-goldenen Trikolore zum Schloss ziehen und dort die Volkssouveränität und Einheit der Nation fordern. Zehn Jahre später möchten die Pfälzer das bayerische Königshaus versöhnlich stimmen und schenken das Hambacher Schloss dem bayerischen Kronprinzen Maximilian zur Hochzeit. Damit beginnt der Umbau in ein romantisches Märchenschloss mit Türmen und Türmchen – das Hambacher Schloss wird in „Maxburg“ umbenannt. Fertig wird diese Vision nie.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wird die „Wiege der Demokratie“ wiederentdeckt und so beginnt Mitte der 1960er-Jahre der Ausbau zum historischen Museum Der Wiederaufbau wird 1982 vollendet. Seit 2002 ist das Schloss Eigentum einer Stiftung, von 2006 bis 2008 wurde es modernisiert und neugestaltet. Die Dauerausstellung „Hinauf, hinauf zum Schloss“ präsentiert die Ereignisse von 1832 und deren Nachwirkungen auf informative Weise. Mit verschiedenen Mitmachstationen ist sie für alle Altersgruppen von Kindern bis zu Senioren konzipiert.