Ziel: So viel Sicherheit wie möglich

Lkw-Fahrverbote, mehr Videoüberwachung, Polizeipunkte und Tausende Beamte im Einsatz: Das Sicherheitskonzept der rheinland-pfälzischen Polizei soll dazu beitragen, dass die...

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MAINZ. Lkw-Fahrverbote, mehr Videoüberwachung, Polizeipunkte und Tausende Beamte im Einsatz: Das Sicherheitskonzept der rheinland-pfälzischen Polizei soll dazu beitragen, dass die Fastnachtsveranstaltungen auf den Straßen des Landes zum möglichst gefahrfreien Vergnügen werden. Mehr als 1000 Veranstaltungen stehen dabei im Fokus der Behörden.

„Auch wenn uns aktuell keine Erkenntnisse oder Hinweise für eine konkrete Gefährdung vorliegen, gilt es weiterhin, einer hohen abstrakten Gefahr gerecht zu werden”, sagte der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) bei der Präsentation des Maßnahmenpakets in Mainz. Dabei setzen die Behörden auf einen Mix aus Technik und verstärkter Polizeipräsenz, persönliche Ansprache inklusive.

Alle Bodycams im Dauerbetrieb

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Zum einen wird an neuralgischen Punkten verstärkt Videoüberwachung zum Einsatz kommen, und die 100 Bodycams, die der Polizei landesweit zur Verfügung stehen, sind zwischen Altweiberdonnerstag und Fastnachtsdienstag im Dauerbetrieb. Zudem will die Polizei soziale Medien wie Facebook und vor allem den Kurznachrichtendienst Twitter verstärkt nutzen, um aktuelle Informationen schnellstmöglich zu streuen. Zum anderen soll jeder Uniformierte jederzeit Ansprechpartner für Narren in Not sein – das gelte sowohl für Polizisten als auch für Sanitäter oder Feuerwehrleute. Zusätzlich werden in den Kernzonen des närrischen Treibens Polizeipunkte eingerichtet. Diese sollen von Weitem sichtbar mit sogenannten Beach-Flags, also Fahnen mit dem Aufdruck „Polizei”, gekennzeichnet werden und als Anlaufstelle für alle Schutz- oder Hilfesuchenden dienen.

Wie viele Polizisten genau an den tollen Tagen im Einsatz sind, darüber wollte sich Jürgen Schmitt, Inspekteur der Landespolizei, nicht auslassen. „Mehrere Tausend” werden es jedenfalls sein, versicherte er. Darunter befänden sich auch Polizisten in Zivil und Spezialkräfte, die zur Aufklärung eingesetzt würden. Außerdem werde die Polizei behörden- und länderübergreifend operieren, um das Anreiseverhalten in die närrischen Hochburgen zu analysieren oder Hinweise auf Gefahren auszutauschen. Ein Novum bei den Sicherheitsmaßnahmen sind Fahrverbote für Lkw – eine unmittelbare Folge der Terroranschläge von Nizza und Berlin, bei denen jeweils Laster als Waffen eingesetzt wurden.

„Wir haben uns gefragt: Könnte ein Lkw einen Umzug attackieren? Und darauf bereiten wir uns vor”, sagte Lewentz. So müssen in Mainz schwere Lkw am Rosenmontag die Innenstadt meiden. Zuständig für die Ausgestaltung der Fahrverbotszonen sind die Kommunen, die sich aktuell noch in Abstimmung mit Polizei und örtlichen Veranstaltern befänden. Zudem sollen massive Barrieren Schutz vor möglichen Anschlägen bieten.

Von Dominic Schreiner