Weniger Wartezeit durch neue Hotline

Bis zu 1000 Anrufe gehen pro Tag bei der neuen Hotline Fieberambulanz ein. Sie entlastet auch den Patientenservice 116117, wo sich die Wartezeiten deutlich entspannt haben.

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MAINZ. Vor zweieinhalb Wochen ist die neue Hotline Fieberambulanz an den Start gegangen, bei der sich Menschen melden können, die den Verdacht haben, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben – und eine Fieberambulanz für einen Test aufsuchen wollen. Die erste Zwischenbilanz sieht positiv aus: Die neue Hotline Fieberambulanz unter der Nummer 0800-9900400, die das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Rheinland-Pfalz federführend betreibt, wird von den Bürgern nicht nur gut angenommen, sondern sorgt auch dafür, dass sich die Zahl der Anrufer und die Wartezeit beim Patientenservice 116117 der Kassenärztlichen Vereinigung verringert haben.

24 Mitarbeiter nehmen Anrufe entgegen

Manuel Gonzalez, Landesvorstand des DRK Rheinland-Pfalz, ist stolz darauf, dass man die neue Hotline Fieberambulanz vor zweieinhalb Wochen nach nur einer Woche Vorbereitung an den Start gebracht habe. Diese solle den Suchenden eine strukturierte, zielgerichtete Hilfeleistung zum Thema Corona bieten. Das heißt: Sowohl in Mainz als auch in Landau werden die Anrufe von 24 Mitarbeitern des Roten Kreuzes, aber auch Helfern wie Medizinstudenten entgegengenommen. Diese nehmen mit Hilfe einer Software eine strukturierte Abfrage vor, an deren Ende eine klare Empfehlung gegeben wird, ob getestet werden soll oder nicht. Hierfür wird an die nächste Fieberambulanz vermittelt, von denen es zirka 30 in Rheinland-Pfalz gibt.

Unter der Woche gehen bei der neuen Hotline Fieberambulanz zirka 1000 Anrufe am Tag ein, am Wochenende sind es etwas weniger. Vormittags in der Zeit von 8 bis 11 Uhr ist am meisten los. Aber selbst dann, sagt Gonzalez, habe man eine relativ hohe Erfolgsquote bei der Abnahme der Anrufe. „Wir haben zirka 40 Anrufe am Tag, die bei uns nicht durchkommen. Aber die rufen dann meist neu an“, sagt er. Aktuell habe man eine Erfolgsquote von 97 Prozent an Anrufen, die direkt durchkommen.

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Entspannung zeichnet sich durch die neue Hotline auch beim Patientenservice 116117 ab. Hier hat sich die Zahl der Anrufer pro Tag von vorher durchschnittlich 1900 auf nunmehr 1300 verringert. Die Wartezeit liegt laut der Kassenärztlichen Vereinigung jetzt bei durchschnittlich zehn Minuten. Vor der Freischaltung der neuen Hotline Fieberambulanz hatte die Wartezeit bei der 116117 zeitweise bei über zwei Stunden gelegen. Eine Entlastung war dringend notwendig gewesen.

100 Hausbesuche pro Tag bei nicht mobilen Patienten

Bei der 116117 sollen sich weiterhin vor allem die Patienten melden, die nicht mobil sind und den Hausbesuchsdienst in Anspruch nehmen wollen. Bei diesem kommen Ärzte zu den Betroffenen direkt nach Hause und führen bei einem Verdacht einen Corona-Test durch oder stellen bei einer bestätigten Infektion Rezepte aus und nehmen eine Einweisung ins Krankenhaus vor. Aktuell sind zehn Fahrzeuge sieben Tage in der Woche in täglich zwei Schichten in ganz Rheinland-Pfalz im Einsatz. Durchschnittlich 100 Hausbesuche werden so im Moment pro Tag zur Testung und Behandlung von Covid-19-Patienten durchgeführt.