Weniger junge „Komasäufer“ in Rheinland-Pfalz

„Noch immer trinken viele Kinder und Jugendliche sprichwörtlich, bis der Arzt kommt“, sagte Rainer Lange, Leiter der DAK-Landesvertretung. Archivfoto: dpa

Die Zahl der alkoholbedingten Klinikeinweisungen bei Kindern und Jugendlichen sei im ersten Pandemie-Jahr gesunken, sagt die DAK – öfter behandelt werden weiterhin Mädchen.

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MAINZ. Die Zahl der alkoholbedingten Klinikeinweisungen bei Kindern und Jugendlichen ist in Rheinland-Pfalz im ersten Pandemiejahr 2020 gesunken. Dies teilte die Krankenkasse DAK Gesundheit Rheinland-Pfalz mit. Demnach gab es landesweit insgesamt 693 Betroffene zwischen zehn und 20 Jahren, dies entspreche einem Rückgang von rund 41 Prozent. Die DAK bezieht sich auf bislang unveröffentlichte Zahlen des Statistischen Landesamts.

Mehr Mädchen als Jungen müssen in die Klinik

Demnach war 2020 die Zahl der behandelten Mädchen größer als die der behandelten Jungen: So fanden 406 Mädchen und 287 Jungen im Alter zwischen zehn und 20 Jahren den Weg in rheinland-pfälzische Kliniken. Die Zahl der männlichen Betroffenen sei im Vergleich zum Vorjahr um knapp 40 Prozent gesunken, bei den weiblichen gab es laut DAK einen Rückgang von 41 Prozent. Die Zahlen bestätigen aus DAK-Sicht einen Trend, der bereits im Kinder- und Jugendreport der Kasse sichtbar geworden sei. Auch hier habe man rückläufige Zahlen zum Alkoholmissbrauch bei Kindern und Jugendlichen in Rheinland-Pfalz beobachtet.

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„Noch immer trinken viele Kinder und Jugendliche sprichwörtlich, bis der Arzt kommt“, sagte Rainer Lange, Leiter der DAK-Landesvertretung. „Der Rückgang in Zeiten der Corona-Pandemie ist ein positives Signal. Wir wollen aber verhindern, dass schon bald ein Nachholeffekt einsetzt und die Einlieferungen ins Krankenhaus wieder sprunghaft ansteigen.“ Deshalb setze man die Alkohol-Präventionskampagne ‚bunt statt blau‘ fort. Dabei werden die besten Plakate gegen Komasaufen gesucht, seit 2010 hätten rund 115 000 Kinder und Jugendliche an dem Wettbewerb teilgenommen.