VRM-Leser haben schon 1,35 Millionen Euro für die Flutopfer...

Schneise der Verwüstung in Ahrbrück. Die Spenden der Leser helfen, private Verwüstungen zu heilen. Foto: Lukas Görlach

VRM-Herausgeber Joachim Liebler bedankt sich bei allen Spenderinnen und Spendern. Die Bürgermeister der verwüsteten Gemeinden an der Ahr zeigen sich überwältigt. Eine...

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AHRBRÜCK / MAINZ. Der Spendenaufruf der vier Hilfsaktionen der VRM für die Opfer der Flutkatastrophe an der Ahr hat unter den Lesern und Followern der Zeitungen ein gewaltiges Echo ausgelöst. Das Spendenvolumen für die Opfer von Ahrbrück und Hönningen ist inzwischen auf 1,35 Millionen Euro angewachsen und die Spendensumme wächst kontinuierlich weiter an. Soviel ist bisher noch nie bei einer der Spendenaktionen zusammengekommen, die von den Zeitungen der VRM angestoßen wurden.

Schneise der Verwüstung in Ahrbrück. Die Spenden der Leser helfen, private Verwüstungen zu heilen.

Die Hilfsaktionen „Leser helfen“, Allgemeine Zeitung, „Ihnen leuchtet ein Licht“, Wiesbadener Kurier, „Echo hilft“, Darmstädter Echo, und „Helft uns helfen“, Wetzlarer Neue Zeitung, hatten wenige Tage nach der Flutkatastrophe die Leser zu Spenden aufgerufen. Zuvor hatten sie in dem Bürgerverein Ahrbrück einen Vertrauenspartner gefunden, der gemeinsam mit den beiden Ortsbürgermeistern für die unbürokratische Verteilung der Gelder ohne einen Euro Abzug garantiert.

VRM-Herausgeber Joachim Liebler: „Das Engagement unserer Leserinnen und Leser in den beiden schwer getroffenen Ahrgemeinden ist umwerfend. Für ihr Vertrauen möchte ich mich auch im Namen der Hilfsaktionen unserer Zeitungen ganz herzlich bedanken.“ Nicht nur in diesem herausragenden Beispiel wirke das Zusammenspiel von Regionalzeitungen und ihren Lesern gemeinschaftsstiftend: „Das ist ein Wert, den wir neben unserem kritischen und unabhängigen Journalismus immer hochhalten werden“, erklärte Liebler.

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Überwältigt zeigte sich der Ahrbrücker Bürgermeister Walter Radermacher: „Wir hätten nicht im Traum damit gerechnet, dass uns aus Ihrer Leserschaft eine solche Welle der Hilfsbereitschaft entgegenschlägt.“ Damit könne nicht nur einer großen Zahl von Bürgern und Familien geholfen werden, die fast alles verloren hätten: „Diese gewaltige Unterstützung durch Helfer und Spender macht uns Mut, hier an der Ahr nicht aufzugeben“.

Jürgen Schwarzmann, Bürgermeister im Nachbarort Hönningen, ergänzt: „Wir sind von diesem Spendenaufkommen überwältigt.“ Auch der Hönninger Gemeinderat habe inzwischen einen Kriterienkatalog erarbeitet, wie einzelnen Opfergruppen – je nach Bedürftigkeit – so schnell wie möglich unter die Arme gegriffen werde. Im Gegensatz zu Ahrbrück hat Hönningen keine Todesopfer zu beklagen. Auch der größte Teil der überfluteten Häuserreihen wird hier wohl erhalten bleiben können. Sie liegen jenseits des Hochwasserdammes, der zwar nicht komplett weggerissen, aber doch meterhoch überflutet wurde.

In Ahrbrück schreitet am Tag 20 nach der Katastrophe die Beseitigung der Trümmer und der Wiederaufbau von Strom- und Wasserversorgung parallel zur Trauerarbeit voran. In einem der weggerissenen Häuser neben der katholischen Kirche ist inzwischen die Leiche der Mutter der Familie geborgen worden, die sich bei der Sturzflut aufs Dach gerettet hatte – bevor das Haus dann weggerissen wurde. Ihr Mann hatte sich mit dem Sohn im Arm in eine Baumkrone retten können. Die Tochter der vierköpfigen Familie war zuvor schon tot gefunden worden. Der Arzt möchte Frau und Tochter, die inzwischen eingeäschert wurden, in der sibirischen Heimat bestatten lassen. Trotz dieses Schicksalsschlages möchte er nach Ahrbrück zurückkehren. In der 1200 Einwohner großen Talgemeinde sind mindestens sieben Menschen durch die Flutkatastrophe ums Leben gekommen. Zwei werden noch vermisst. Und von Tag zu Tag ist es unwahrscheinlicher, dass sich ihr Schicksal noch aufklären wird.