So rüstet sich Rheinland-Pfalz gegen Omikron

aus Coronavirus-Pandemie

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Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Foto: dpa

Wie ist die aktuelle Corona-Lage in Rheinland-Pfalz? Was das Land gegen die neue Variante plant, haben die Ministerpräsidentin und der Gesundheitsminister erläutert.

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MAINZ. Mit dem Festhalten an den bereits beschlossenen Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie und hohem Tempo bei den Schutzimpfungen will sich Rheinland-Pfalz gegen die neue Virusvariante Omikron rüsten. Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) machte am Freitag nach Beratungen mit ihrem Corona-Expertenteam klar, dass angesichts der nach wie vor angespannten Lage in den Krankenhäusern nicht an Lockerungen zu denken sei. "Wir sehen keinen Anlass, von unseren Regeln abzuweichen", sagte sie.

Dies gilt nach Dreyers Worten auch mit Blick auf die jüngste Entwicklung in Niedersachsen, wo die SPD-geführte Landesregierung die dort ebenfalls geltende 2G-Regel im Einzelhandel überarbeiten muss, nachdem sie gerichtlich gekippt wurde. Die Frage sei im Kreis der SPD-geführten Bundesländer diskutiert worden, berichtete sie. Es gebe in der gleichen Frage ein gegensätzliches Gerichtsurteil in Schleswig-Holstein. "Wir werden unsere Regelungen weiterführen", bekräftigte Dreyer.

Etwaige Änderungen in der derzeitigen Corona-Bekämpfungsverordnung werden nach Angaben von Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) derzeit bundesweit abgestimmt. Der Ministerrat werde an diesem Dienstag über die Maßnahmen - beispielsweise die Schließung von Clubs und Diskotheken, aber möglicherweise auch Regelungen zu Silvester - beraten. Voraussichtlich ab Donnerstag könnten die Änderungen dann in Kraft treten.

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Hoch kündigte mehr Tempo beim Impfen von Kindern im Alter zwischen fünf und elf Jahren an. Die Erfahrungen beim Impfauftakt am Donnerstag im Impfzentrum des Kreises Mainz-Bingen in Ingelheim seien positiv gewesen und hätten gezeigt, dass eine engere Taktung möglich sei. Von den bislang vorliegenden knapp 30 000 Anmeldungen hätten bereits 20 000 einen Termin bekommen, 10 000 Jungen und Mädchen warteten noch.

Der Mainzer Kinder- und Jugendmediziner Fred Zepp, der Mitglied der Ständigen Impfkommission (Stiko) ist und auch Dreyers Expertenteam angehört, erklärte, die Impfung für Kinder in dieser Altersgruppe sei sicher. Zwar gebe es aufgrund der Datenlage noch keine allgemeine Impfempfehlung der Stiko, doch Eltern dürften ihre Kinder damit impfen lassen. Zudem gebe es jetzt ein "Signal an die Eltern, dass die Impfung jetzt noch ein Stück sicherer geworden ist", sagte er und verwies auf aktuelle Daten aus den USA, wo schon länger Fünf- bis Elfjährige geimpft werden. Diese zeigten, dass die ohnehin nur selten beobachtete Nebenwirkung Herzmuskelentzündung in dieser Altersgruppe noch weniger beobachtet werde als bei den 12- bis 17-Jährigen.

Der Mainzer Virologe Bodo Plachter zeigte sich überzeugt, dass "Omikron auch bei uns die dominierende Variante wird". Großbritannien sei bei dieser Entwicklung Deutschland etwas voraus. "Wir können beobachten, wie relevant Omikron für das Pandemiegeschehen wird", sagte er. "Im Augenblick ist das Problem Delta und nicht Omikron", sagte er mit Blick auf die hierzulande noch vorherrschende Variante. Omikron müsse weiter aufmerksam beobachtet werden. Was bisher gegen die Pandemie geholfen habe - etwa Masken tragen und Abstand halten - werde auch weiterhin helfen.

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Dreyer machte zudem klar, dass sie derzeit nicht mit einer neuerlichen Ministerpräsidentenkonferenz noch vor Weihnachten rechnet. Es gebe einen regen Austausch auf der Ebene der Staatskanzleichefs, wo auch über mögliche neue Maßnahmen zur Kontaktbeschränkung gesprochen werde, sagte sie.

Von dpa