Schließung der Loreley-Kliniken vertagt

aus Coronavirus-Pandemie

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Coronavirus. Foto: remotevfx - stock.adobe

Trotz Coronakrise stehen zwei Krankenhäuser in Rheinland-Pfalz vor der Schließung. Das Mainzer Gesundheitsministerium lehnte es ab, die Kliniken für Covid-19-Patienten zu nutzen.

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MAINZ / OBERWESEL. Die Gesellschafter der in wirtschaftliche Schieflage geratenen Loreley-Kliniken haben sich am Donnerstag nicht auf eine Schließung der beiden Häuser in Oberwesel und St. Goar geeinigt. Eine abschließende Entscheidung sei auf ein weiteres Treffen in zwei Wochen vertagt worden, teilte die katholische Marienhaus-Gruppe mit. Das Gesundheitsunternehmen hatte sich trotz der aktuellen Coronavirus-Pandemie dafür ausgesprochen, die Kliniken aufzugeben, um eine drohende ungeordnete Insolvenz zu vermeiden.

Die finanzielle Situation der auf orthopädische Patienten spezialisierten Krankenhäuser hatte sich zuletzt weiter verschärft, da viele Behandlungen aufgrund der Coronavirus-Pandemie verschoben werden. Vorschlägen, die beiden Krankenhäuser zur Versorgung von Covid-19-Patienten zu nutzen, hatte das Mainzer Gesundheitsministerium eine Absage erteilt. Grund dafür war unter anderem der Umstand, dass die Innere sowie die Intensiv-Abteilung der Loreley-Kliniken bereits zum Jahreswechsel geschlossen worden waren.

Die rheinland-pfälzische CDU-Opposition verschärfte ihre Kritik an den Schließungsplänen. "Im ganzen Land wird die medizinische Intensivversorgung hochgefahren", erklärte der Fraktionsvorsitzende Christan Baldauf. In Koblenz seien sogar Sporthallen für den Fall umfunktioniert worden, dass die Kliniken der Stadt in der Pandemie über keine ausreichenden Kapazitäten mehr verfügen. Es sei "völlig unverständlich", dass das Land angesichts der Krise eine Sonderreglung für die Loreley-Kliniken ablehne. Gemeinsame Gesellschafter Loreley-Kliniken sind neben dem Betreiber Marienhaus die Städte St. Goar und Oberwesel und die Verbandsgemeinde Hunsrück-Mittelrhein.

Von epd