Neue KI-Professuren für Mainz, Worms und Bingen

Rheinland-Pfalz will Künstliche Intelligenz noch mehr in die Fläche tragen und den Transfer zu Nutzanwendungen ausbauen. Dafür werden die Forschungsmittel verdoppelt.

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MAINZ. (upg). Rheinland-Pfalz verdoppelt seine Anstrengungen zur Erforschung und Nutzbarmachung Künstlicher Intelligenz (KI). Bis 2025 sollen 36 statt der bisher geplanten 18 Millionen Euro investiert werden, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) bei der Vorstellung der KI-Agenda ihrer Regierung. Ihr Ziel: „Wir wollen KI noch stärker ins Land bringen.“ Die Agenda sieht deshalb neben Spitzenforschung auch Projekte vor, um KI in Wissenschaft und Wirtschaft breiter zu streuen. Der Zeitpunkt dafür sei jetzt günstig, weil bei Bund und EU viele Fördermittel auf Abruf warten.

Wissenschaftsminister Konrad Wolf (SPD) kündigte an, die Zahl der KI-Professuren im Land von 17 auf 27 zu erhöhen. Schon im kommenden Jahr sollen neue Lehrstühle in Kaiserslautern (drei), Worms (zwei), Mainz und Bingen entstehen. In Mainz, Kaiserslautern und Koblenz werden Nachwuchsforschungsgruppen eingerichtet. Um die vorhandene Substanz besser zu bündeln und in konkreten Anwendungen für den Markt zu nutzen, sollen KI-Lotsen Kontakt zu den Unternehmen halten. Für den internationalen Austausch hat das Land die Professoren Andreas Dengel und Katharina Zweig gewonnen, die am Deutschen Forschungszentrum für KI in Kaiserslautern, dem ältestesten und größten seiner Art in Deutschland, seit Jahren an den Grundlagen forschen.

Dreyer erklärte, dass die oft mit Skepsis betrachtete KI-Technologie immer nur im Dienst der Menschen genutzt werden dürfe. Auch Zweig betonte: „KI ist kein Selbstzweck, sie ist gestaltbar, aber wir müssen das auch tun.“ Mittlerweile steckt KI in zahllosen Marktanwendungen, vom Navigationssystem und Handy über Medizinapparate und Genforschung bis zu Landwirtschaft und Katastrophenschutz. Sie ermögliche die schnellere und effizientere Verarbeitung großer Datenmengen, sagte Dengel: „Sie ist ein kognitiver Leistungsverstärker.“ Diesen Weg soll die neugegründete KI-Allianz fortsetzen – unter Beachtung ethischer Maßstäbe.

Als Beispiel für aktuelle Forschungsprojekte nannte Dengel eine Kooperation des DFKI mit der Weltraumbehörde ESA in Darmstadt: Dabei geht es um die Entwicklung einer Simulation der Erde mit dem Ziel, langfristige Veränderungen (zum Beispiel) im Klima zu erforschen.