Hamsterkäufe wegen Coronavirus: Weniger Spenden für Tafeln

aus Coronavirus-Pandemie

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Wegen Hamsterkäufen hat die Mainzer Tafel etwa 30 Prozent weniger Lebensmittel erhalten als üblich. Foto: Harald Kaster

Wegen des Coronavirus kaufen viele verstärkt Vorräte ein. Das bekommen auch einige Tafeln in Rheinland-Pfalz zu spüren. Vor allem haltbare Lebensmittel sind Mangelware.

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MAINZ. Bei den Tafeln in Rheinland-Pfalz und Saarbrücken gehen infolge von Hamsterkäufen wegen des neuartigen Coronavirus teils weniger Lebensmittelspenden ein. Es wird zudem verstärkt auf Hygiene bei der Ausgabe geachtet, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur zeigt. Derzeit würden an manchen Tagen rund 40 Prozent weniger Lebensmittel abgegeben als normalerweise, sagt Uwe Bußmann von der Saarbrücker Tafel. "Wir haben seit 14 Tagen rückläufige Aufkommen." Auch die Tafel in Mainz spürt Rückgänge. In Trier, Kaiserslautern und Koblenz bemerken die Tafeln bisher keine größeren Auswirkungen. In den vergangenen Wochen haben mancherorts auffällige Vorratskäufe in Supermärkten für Schlagzeilen gesorgt.

"Wir bekommen weniger", heißt es von der Tafel in Mainz. Sie habe in der vergangenen Woche etwa 30 Prozent weniger Lebensmittelspenden erhalten als üblich - vor allem haltbares Obst wie Kiwis und Apfelsinen, aber auch Fleischprodukte würden knapp. Die Tafel in Saarbrücken erreichen laut ihrem ersten Vorsitzenden Uwe Bußmann vor allem weniger Wurst- und Fleischwaren, Joghurt und Käse. Grund dafür sei neben Hamsterkäufen, dass Supermärkte ihre Waren verstärkt in Sonderaktionen und zu günstigeren Preisen am Abend verkaufen würden.

Hamsterkäufe schaden Wormser Tafel bisher nicht

In Worms läuft der Tafel-Betrieb fast normal weiter, berichtet Geschäftsführer Jürgen Sehrt. „Ware, die besorgte Bürger momentan massenweise in den Supermärkten kaufen, also Toilettenpapier, Mehl, Zucker, Reis oder auch Hygieneartikel, haben wir noch nie bekommen, höchsten bei besonderen Aktionen, deshalb fehlen sie uns auch nicht. Von daher schaden uns die Hamsterkäufe nicht, unser Ausgabe läuft ganz normal weiter.“ Aktuell sei nur ein leichter Rückgang an Warenlieferungen festzustellen. „Möglicherweise, weil die Supermärkte momentan selbst alles schnell abverkaufen und die Regale ständig auffüllen müssen.“

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Man sorge im Übrigen dafür, dass alle ehrenamtlichen Mitarbeiter informiert sind. Desinfektionsmittel und Gummihandschuhe stünden ausreichend zur Verfügung. „Alle sind wohlauf und weiter engagiert bei der Sache“, berichtet Sehrt. Man habe nur zwei Mitarbeitern geraten, zu Hause zu bleiben. „Denn sie sind alt und lungenkrank.“ Ansonsten habe man noch keine besonderen Schutzmaßnahmen getroffen.

Keine Verknappung der Lebensmittel

Die Vorsitzende der Tafeln in Rheinland-Pfalz und dem Saarland, Sabine Altmeyer-Baumann, spricht dagegen insgesamt nicht von einer Verknappung der Lebensmittel. Die Tafeln versuchten das Tagesgeschäft zu stemmen und achteten verstärkt auf Hygienemaßnahmen. Sie seien aber insgesamt entspannt. Im März und im April würden ohnehin weniger Lebensmittel bei den Tafeln ankommen als im Rest des Jahres. "Wir geben, was wir haben", erklärt Altmeyer-Baumann.

"Bisher spüren wir nichts", sagt ebenso Peter Lenk, erster Vorsitzender des Vereins Kaiserslauterer Tafel. "Wir gehen aber davon aus, dass es weniger werden könnte." Es bestünden jedoch keine großen Befürchtungen. "Das Einzige, was man wirklich machen könnte, wäre zu schließen - und das wollen wir nicht." Auch in Trier sind bislang kaum Auswirkungen auf die Menge abgegebener Lebensmittel zu spüren, wie der erste Vorsitzende Bernd Neitzert mitteilt. Es werde aber auch hier verstärkt auf Hygienemaßnahmen hingewiesen. Die Koblenzer Tafel meldet ebenfalls vorerst keine größeren Folgen der Hamsterkäufe.