Gastronomen kritisieren neue Regelung für private Feiern

Ab sofort dürfen Wirte und Hoteliers nur noch 25 Personen bei privaten Feiern bewirten. Der Fachverband Dehoga hält das für einen falschen Reflex der Politik und liefert Gründe.

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MAINZ. Die rheinland-pfälzischen Gastronome und Hoteliers sind in heller Aufregung. Grund: Die Verringerung der maximal zulässigen Gästezahl bei Privatfeiern von 75 auf 25. Das hatte die Landesregierung am Donnerstag verkündet. „Das ist ein falscher Reflex der Politik“, sagte der Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) in Rheinland-Pfalz, Gereon Haumann, am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

Für Irritationen sorgte die Aussage von Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD), dass Gas-tronomie und Kulturveranstalter sich meist an die Regeln hielten und nicht gemeint seien. Die beziehe sich darauf, dass die beiden Branchen nicht schuld an der Steigerung der Infektionszahlen seien, hieß es am Freitag aus dem Wirtschaftsministerium. „Es wäre schön, wenn dieser Wertschätzung denn auch die entsprechenden Regelungen für unsere Betriebe folgen würden. Das ist aber leider nicht so“, monierte Haumann.

Bereits in der vergangenen Woche hatte er im Gespräch mit dieser Zeitung dafür plädiert, private Feiern nur noch in konzessionierten Räumen zu genehmigen. Gastronome achteten professionell auf die Einhaltung der Mindestabstände. Haumann forderte daher, bei privaten Feiern in Gaststätten und Hotels weiterhin maximal 75 Gäste zuzulassen. „Die Erkenntnisse von Infektionsketten und sogenannten Hotspots zeigen deutlich, dass diese sich nicht in den gastgewerblichen Betrieben entwickeln“, betonte der Dehoga-Chef in einem Schreiben an Dreyer und Wirtschaftsminister Volker Wissing (FDP).

Unterstützung erhält der Dehoga von der Industrie- und Handelskammer Rheinland-Pfalz. Die schärferen Corona-Regelungen hätten die Lage für diese bereits gebeutelte Branche noch einmal zugespitzt, stellte IHK-Hauptgeschäftsführer Günter Jertz fest. „Für Hotels und Gastronomie wurden die Zahlen für Veranstaltungen noch einmal heruntergesetzt, während das Staatstheater weiter vor über 400 Besuchern spielen darf. Solche Ungereimtheiten sorgen für Verärgerung und Unverständnis“, betonte Jertz. Dass private Feiern mit hoher Infektionsgefahr unterbunden werden müssten, sei absolut nachvollziehbar. Hotels und Restaurants dagegen hielten sich streng an alle Hygiene- und Schutzmaßnahmen. „Wir haben höchsten Respekt, wie kreativ diese Branche die Hygienevorschriften umsetzt", sagte Jertz. „Dieses Bemühen darf aber nicht durch Regelungswirrwarr konterkariert werden.“

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Von Thomas Ehlke und Jens Albes