Erste Warnstufe für Gewässer in Rheinland-Pfalz

Seit dem 30. Juli hat der Rhein in Mainz eine Tagesmitteltemperatur von 25 Grad überschritten. Das ist zu warm. Foto: Lukas Görlach

Wegen der hohen Wassertemperaturen hat das Umweltministerium die erste Warnstufe für Gewässer ausgerufen. Es droht ein Fischsterben.

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MAINZ. Das rheinland-pfälzische Umweltministerium befürchtet wegen der hohen Wassertemperaturen eine Störung des ökologischen Gleichgewichts bis hin zu Fischsterben. Das Ministerium rief am Dienstag in Mainz die erste Warnstufe aus, ab der Unternehmen, die Kühlwasser aus Fließgewässern verwenden, erste Vorsorgemaßnahmen treffen müssen. Die Unternehmen müssten die Gewässertemperatur vor und nach der Einleitung von Kühlwasser messen sowie prüfen, ob innerhalb des Betriebs andere Kühlmöglichkeiten genutzt werden können.

"Hohe Wassertemperaturen gefährden die Lebewesen in unseren Gewässern", sagte Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne). "Viele von ihnen sorgen dafür, dass unser Wasser sauber bleibt, dazu gehören insbesondere die Muscheln." Auch bei Fischen führten höhere Wassertemperaturen zu Verhaltensänderungen und erhöhten Anfälligkeiten gegenüber Krankheiten.

Weniger Sauerstoff, mehr Algen

Durch die hohen Wassertemperaturen können die Gewässer nach Angaben des Ministeriums weniger Sauerstoff aufnehmen. Außerdem nehme durch die starke Sonneneinstrahlung das Algenwachstum zu, auch dies verzehre mehr Sauerstoff. Es bestehe somit die Gefahr von Sauerstoffmangel in den Gewässern, der bis zu Fischsterben führen könne.

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Seit dem 30. Juli hat der Rhein in Mainz den Angaben zufolge eine Tagesmitteltemperatur von 25 Grad überschritten, die Mosel dieselbe Marke am vergangenen Sonntag an der Messstation Palzem. An den übrigen Rheinpegeln sowie an Saar, Nahe und Lahn lägen die Tagesmitteltemperaturen noch darunter. Die in dieser Woche vorhergesagten steigenden Lufttemperaturen könnten bis Sonntag dazu führen, dass die Rheinwassertemperatur in Mainz die Marke von 27 Grad erreiche und damit die zweite Warnstufe ausgelöst werde.

Maßnahmen bis zum Produktionsstopp

Bei Ausrufung der Warnstufen werden von den Struktur- und Genehmigungsdirektionen alle bedeutenden rheinland-pfälzischen Wärmeeinleiter angeschrieben und aufgefordert, vorsorgliche Maßnahmen zu ergreifen. In der zweiten, dritten und vierten Handlungsstufe verschärfen sich die Maßnahmen bis hin zu Produktionseinstellungen. In den vergangenen beiden Jahren wurden die Stufe zwei (2019) und drei (2018) ausgerufen, wonach einige Firmen für einige Wochen vor allem ihre Produktionen mit hohem Kühlwasserbedarf stark einschränken und sämtliche alternativen Rückkühlmöglichkeiten nutzen mussten.

Von dpa