Hessische Landeszentrale für politische Bildung öffnet sich

Mit einem Umzug innerhalb Wiesbadens und ausgebauten Online-Angeboten wie einem Hessen-Quiz will die HLZ neues und anderes Publikum ansprechen, sagt Direktor Alexander Jehn.

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WIESBADEN. Die Hessische Landeszentrale für politische Bildung (HLZ) verlässt nach rund 18 Jahren den Standort in der Staatskanzlei am Wiesbadener Kochbrunnenplatz, um ihren gestiegenen Raumbedarf zu befriedigen. „Wir gehen mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, erklärt HLZ-Direktor Alexander Jehn auf Anfrage dieser Zeitung. Der bisherige, sehr repräsentative Standort im ehemaligen Hotel „Rose“ sei zwar „genial“. Allerdings habe die unmittelbare Nachbarschaft der Staatskanzlei womöglich manchen potenziellen Besucher ein wenig davon abgeschreckt, Veranstaltungen zu besuchen oder die Bibliothek zu nutzen. Derzeit ist der Öffentlichkeitsbereich ohnehin pandemiebedingt geschlossen, es finden keine Präsenzveranstaltungen statt.

Podcast, Quiz und Kalenderblatt auf Homepage

Möglichst noch im Sommer will die HLZ in das „Welfenhof-Zentrum“ unweit des Hauptbahnhofs und Berufsschulzentrums der Landeshauptstadt umgezogen sein – „wenn uns Corona denn lässt“, relativiert Jehn. Hier sollen die 32 Mitarbeiter bequem unterkommen. Als Jehn 2017 die Leitung der „hessischen Werbeagentur für die Demokratie“, so das Selbstverständnis auf der HLZ-Website, übernahm, seien es noch 25 Kollegen gewesen. „Wir platzen hier mittlerweile aus allen Nähten“, erklärt der Direktor. Neue Aufgaben erhöhten den Platzbedarf zusätzlich. So betreut die Landeszentrale den Gedenkort Meisenbornweg in Gießen, bis 2018 Hessische Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge, als ersten Standort der Reihe „Lern- und Gedenkorte für positive Demokratiegestaltung“. Am künftigen Standort möchte man „erreichbarer“ sein und mit einem neugestalteten Servicebereich mehr Menschen anlocken, auch für Veranstaltungen stehe dann mehr Platz zur Verfügung. Nicht nur räumlich will sich die Landeszentrale weiter öffnen. Pandemiebedingt seien viele spannende Dinge passiert: So wurde ein Podcast entwickelt, „mit dem wir mehr und anderes Publikum erreichen“, berichtet Jehn. Jenseits klassischer Wege der Wissensvermittlung – Publikationen und Gedenkstätten – probiert die HLZ auf ihrer Website mit innovativen Methoden wie einem Quiz und dem täglichen Kalenderblatt auf spielerische Weise, Informationen und Bewusstsein über Landesgeschichte und -geografie an die Hessin und den Hessen zu bringen.

„Das ist erst der Anfang“, sagt Direktor Jehn voller Tatendrang. In die aktuellen Debatten über Integration oder Klimawandel möchte man sich einbringen, verspricht der promovierte Historiker – wohl wissend, dass sich gerade derzeit viele Bürger vom Staat und damit auch vom gemeinsamen Demokratieverständnis entfernten.