Hessen kehrt nach Ferien zu regulärem Schulbetrieb zurück

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Corona in der Schule - Covid 19, Corona, Masken, covid 19, Pandemie, Schulen, Schüler Foto: Sascha Kopp / VRM Bild

Die Schulen in Hessen kehren nach Ende der Sommerferien Mitte August zum gemeinsamen Präsenzunterricht für alle Kinder und Jugendlichen zurück. Das erklärte Kultusminister...

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WIESBADEN. Im kommenden Schuljahr, das nach den Sommerferien am 17. August beginnt, kehren alle hessischen Schulen zum regulären Unterrichtsbetrieb zurück. Es werde einen „Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen“ geben, sagte Kultusminister Alexander Lorz (CDU) am Dienstag in Wiesbaden. Der Präsenzunterricht an den Grundschulen war nach den Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie bereits am 22. Juni gestartet.

Welche Regeln gelten für den Schulbetrieb nach den Sommerferien? Das Abstandsgebot im Unterricht wird aufgehoben, um zu einem geregelten Klassen- und Kurssystem ohne Begrenzung der Gruppengrößen zurückkehren zu können. Die gängigen Hygieneregeln gelten weiter. Insbesondere das Abstandsgebot außerhalb der Klassenräume, die Vermeidung körperlicher Kontakte, das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes außerhalb der Unterrichtsräume, die Desinfektion von Oberflächen und regelmäßiges Händewaschen.

Gibt es genügend Schutzausrüstung? Ergänzend zu der bereits zur Verfügung gestellten Schutzausrüstung (vier Lieferungen mit insgesamt zwei Millionen Mund-Nasen-Schutzmasken, 26.000 Litern Desinfektionsmittel, 50.000 FFP2-Masken, 70.000 Schutzhandschuhen, 20.000 Vlieskitteln und 6000 Gesichtsschutzschilden) erhalten Schulen rechtzeitig vor Schuljahresbeginn erneut eine große Lieferung. Außerdem erhält jede Lehrkraft die Möglichkeit, sich bei Bedarf kostenfrei auf das Virus testen zu lassen.

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Gibt es Ausnahmen vom Präsenzunterricht? An den Grundschulen ist bis zum Beginn der Sommerferien am 6. Juli die Schulbesuchspflicht ausgesetzt. Eltern können selbst entscheiden, ob ihr Kind am Präsenzunterricht für alle oder von zu Hause aus teilnimmt. Diese Regelung entfällt im neuen Schuljahr. Eine Aufhebung der Präsenzpflicht ist nur noch individuell mit ärztlichem Attest möglich. Diese Regelung gilt für Lehrkräfte, sozialpädagogische Mitarbeiter und Schüler, bei denen die Gefahr eines schweren Krankheitsverlaufs besteht oder die mit Personen mit einer solchen Gefährdung in einem Hausstand leben. Schüler, die nicht am Unterricht teilnehmen können, werden digital ins Klassenzimmer zugeschaltet und erhalten bei Bedarf leihweise ein mobiles Endgerät.

Wie viele Lehrkräfte, die einer Risikogruppe angehören, werden ausfallen? Für eine genaue Prognose ist es laut Kultusministerium noch zu früh. Grob geschätzt könnten etwa zehn Prozent der hessischen Lehrer im neuen Schuljahr nicht für regulären Unterricht zur Verfügung stehen.

Was ist mit Klassenfahrten? Eintägige Ausflüge etwa zu Gedenkstätten oder Wandertage sind wieder möglich. Mehrtägige Exkursionen bleiben im ersten Schulhalbjahr, also bis Ende Januar, untersagt. Ein Grund dafür ist, dass den Schülern möglichst viel Unterrichtszeit geboten werden soll, um ausgefallenen Stoff nachzuholen.

Können Schüler wieder sitzenbleiben? Ja, die derzeit geltende Versetzungsregelung, die darauf verzichtet, ist bis Ende März 2021 befristet.

Wer hat die Vorschläge erarbeitet? Schulleiter aller Schulformen haben in den vergangenen Wochen gemeinsam mit Mitarbeitern des Kultusministeriums, der Staatlichen Schulämter, Vertretern des Landeselternbeirats, der Landesschülervertretung, des Hauptpersonalrats der Lehrer und der Lehrkräfteakademie in der „Konzeptgruppe Schuljahresbeginn 2020/2021“ die jetzt vorgelegten Leitlinien erarbeitet.