Franz Kaspar als Kirchenrektor

Jahrzehntelang war Franz Kaspar dem Bistum Limburg fest verbunden, war von 1970 bis 2006 Direktor des Sankt Vincenzstiftes in Rüdesheim-Aulhausen, von 1979 bis 2003 Leiter des...

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LIMBURG/EICHSTÄTT. Jahrzehntelang war Franz Kaspar dem Bistum Limburg fest verbunden, war von 1970 bis 2006 Direktor des Sankt Vincenzstiftes in Rüdesheim-Aulhausen, von 1979 bis 2003 Leiter des Kommissariats der katholischen Bischöfe in Hessen und ab September 2009 bis Oktober 2013 Generalvikar unter Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst. Papst Benedikt XVI. hatte ihm 2010 den päpstlichen Ehrentitel Apostolischer Protonotar verliehen, den höchsten Ehrenprälatentitel. Jetzt ist der mittlerweile 78-Jährige im Bistum Eichstätt Kirchenrektor in dem kleinen oberbayerischen Wallfahrtsort Bergen. Kirchenrektoren sind nach dem kanonischen Recht Priester, denen die Obhut für eine Kirche übertragen wird, die weder Pfarr- noch Kapitelskirche ist, und die nicht mit der Niederlassung einer Ordensgemeinschaft verbunden ist.

Martin Walser hatte Kaspar in seinem Schlüsselroman „Finks Krieg“ mit der Figur des Prof. Dr. Dr. Degen beschrieben. Jetzt hat die Präsenz des bekannten Theologen in dem beschaulichen Bergen für Zulauf internationaler Gäste gesorgt. Der Geistliche habe „zweifellos ein großes Netzwerk“, heißt es in einem Artikel der Augsburger Allgemeinen.

Kaspars Wirken in Hessen war nicht unumstritten. Im April 2014 hatte er öffentlich um Entschuldigung bitten müssen, unter anderem dafür, dass der Bau einer neuen Bischofsresidenz in Limburg das Bistum in eine tiefe Krise gestürzt hatte. Die Katholiken in Bayern sind offenkundig ein wenig versöhnlicher. Dort zweifle man nicht an seiner Unschuld, heißt es in dem Zeitungsbericht.

Von Christoph Cuntz