So funktioniert das Kleeblatt-System

aus Coronavirus-Pandemie

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Ende vergangenen Jahres haben Bund und Länder zusammen mit Intensivmedizinern das sogenannte Kleeblattkonzept entwickelt, um im Notfall Covid-19-Intensivpatienten verlegen zu...

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. Ende vergangenen Jahres haben Bund und Länder zusammen mit Intensivmedizinern das sogenannte Kleeblattkonzept entwickelt, um im Notfall Covid-19-Intensivpatienten verlegen zu können. Wenn Krankenhäuser einer Region überlastet sind, werden insbesondere intensivpflichtige Patienten in weniger betroffene Gebiete verlegt - auch in andere Bundesländer. So soll laut Robert Koch-Institut dafür gesorgt werde, dass jeder Patient adäquat versorgt wird und dass niemals Patienten priorisiert werden müssen, selbst wenn es lokal zu Engpässen kommt. Das Divi-Intensivregister kann differenziert aufzeigen, in welchen weniger belasteten Regionen freie Intensivbetten zur Verfügung stehen.

Die Bundesländer sind in fünf sogenannte Kleeblätter unterteilt worden, die jeweils an einer zentralen Stelle koordiniert werden. Rheinland-Pfalz, Hessen, Baden-Württemberg und das Saarland gehören zum Kleeblatt Südwest, organisiert wird dieses durch das Innenministerium Rheinland-Pfalz. Die Leitstellen der einzelnen Kleeblätter stimmen sich untereinander ab und sichern somit eine bundeslandübergreifende Kommunikation. Aktuell finden wöchentlich operative Sitzungen zur Abstimmung statt.

In Rheinland-Pfalz ist es in den vorigen Wellen vorgekommen, dass Intensivpatienten aus den südlichen Landesteilen verlegt werden mussten. Dabei handelte es sich aber um eine sehr geringe Anzahl. Daher wurden die Mechanismen des Kleeblattes nicht aktiv. Die Verlegungen fanden landesintern statt. Die zentrale Koordinierungsstelle ist bei der Rettungsleitstelle Mainz eingebunden. Zudem gibt es eine Expertengruppe Notfallmedizin, die das Land permanent berät.

In Hessen mussten sowohl im Winter 2020/2021 als auch jetzt Covid-19-Intensivpatienten verlegt werden - allerdings nur von Klinik zu Klinik innerhalb des Landes. Wie läuft das ab? Das Hessische Ministerium für Soziales und Integration empfiehlt eine Verlegung aus Kapazitätsgründen. Die Kliniken im betroffenen Gebiet prüfen dann, ob ihre Patienten unter medizinischen Gesichtspunkten für eine Verlegung geeignet sind und sprechen sich - im Regelfall über die App TeleCovid - zur Verlegung ab. Die Koordinierungsstelle für Sekundärtransporte führt den Transport durch. (ust)