Rechnungshof kritisiert Unpünktlichkeit bei der Bahn

 Ein ICE (oben) der Bahn und eine S-Bahn verlassen den Frankfurter Hauptbahnhof.  Foto: dpa

2020 hat fast jeder fünfte Zug der Deutschen Bahn im Fernverkehr nur mit Verspätung sein Ziel erreicht. Doch nicht nur daran übt der Bundesrechnungshof Kritik.

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BERLIN/BONN. Aus Sicht des Bundesrechnungshofs tut das Verkehrsministerium zu wenig gegen die Unzuverlässigkeit im Fernverkehr der Deutschen Bahn. "Der Bund nimmt als Eigentümer der Deutschen Bahn AG (DB AG) seit Jahren hin, dass viele Züge des Fernverkehrs unpünktlich fahren", heißt es in einem Ergänzungsbericht zur Haushalts- und Wirtschaftsführung des Bundes, den der Rechnungshof am Dienstag präsentiert hat.

"Im Jahr 2020 erreichte fast jeder fünfte Zug im Fernverkehr mit Verspätung sein Ziel, obwohl wegen der Corona-Pandemie das Schienennetz schwächer ausgelastet und deutlich weniger Reisende unterwegs waren", heißt es darin. Laut Bahn lag die Pünktlichkeitsquote im Jahr 2021 bei rund 75 Prozent, deutlich niedriger als im Jahr davor.

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Doch kritisiert die Behörde auch die aus ihrer Sicht "bisher intransparente Statistik" des Konzerns. So lege die Bahn selbst fest, ab wann ein Zug als verspätet gilt und welche Werte in die Pünktlichkeitsstatistik einfließen. Ausgefallene Züge etwa würden nicht erfasst.

Bei der Bahn gilt ein Fernzug als pünktlich, solange er mit weniger als sechs Minuten Verspätung am Ziel ankommt. Als einen Grund für die niedrige Pünktlichkeit etwa im vergangenen Jahr nennt die Bahn die zahlreichen Baustellen für die Modernisierung des Netzes. Bahnchef Richard Lutz hatte zuletzt angekündigt, die Pünktlichkeit in diesem Jahr auf 80 Prozent erhöhen zu wollen.

Von dpa