Lehrerverband: "Bewährungsprobe steht uns noch bevor"

Wegen der Corona-Pandemie gilt an vielen Schulen Maskenpflicht. Symbolfoto: Sascha Kopp

Das neue Schuljahr hat in allen Bundesländern angefangen. Lehrervertreter und Bildungsgewerkschaften kritisieren das Krisenmanagement.

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Berlin. Nach dem Start des Schuljahres in allen Bundesländern ziehen Lehrervertreter und Bildungsgewerkschaften eine durchwachsene Zwischenbilanz. Dass es unter Corona-Bedingungen bis jetzt so gut funktioniert habe, liege weniger an "vollmundigen Hygieneplänen" der Kultusministerkonferenz und der einzelnen Landesministerien, sondern daran, dass das Infektionsgeschehen in Deutschland derzeit noch überschaubar sei, sagte der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, der Deutschen Presse-Agentur. "Die eigentliche Bewährungsprobe steht uns noch bevor", sagte er mit Blick auf den Herbst und Winter.

"Alle geben sich wirklich Mühe, aber es läuft ein bisschen auf gut Glück", sagte Ilka Hoffmann, Vorstandsmitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Es gebe viel Verunsicherung. Schulleitungen beschwerten sich, dass vieles an ihnen hängenbleibe und der Rückhalt von der Politik fehle. "Es gibt Vorgaben, die zum Teil – etwa wegen baulicher Gegebenheiten – nicht erfüllt werden können. Und wenn dann etwas schiefgeht, heißt es da hat wohl jemand 'ne Party gefeiert." Der Vorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung, Udo Beckmann, äußerte sich ähnlich. "Das neue Schuljahr ist mit großen Unsicherheiten gestartet, die bis heute nicht ausgeräumt wurden."

Von dpa